Durchschnittlich 8 Besichtigungen bis zum Mietvertrag

Eine Umfrage des Immobilienverbands IVD beschäftigt sich mit der Frage, wie viele Wohnungen besichtigt werden, bevor ein passendes Objekt oder im umgekehrten Fall ein passender Mieter gefunden ist und wie viele der Wohnungen mittels Immobilienmakler vermittelt werden.

Mietinteressenten besichtigen 8 Wohnungen

Laut der Umfrage des IVD besichtigen Mietinteressenten im Schnitt rund 8 Wohnungen, bis sie ihr Wunschobjekt gefunden haben und sie einen Mietvertrag unterzeichnen. Dabei stellt die Umfrage Unterschiede in der Besiedlungsdichte fest: in Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern benötigen die Mieter 9,19 Wohnungsbesichtigungen bis zur Entscheidung, in ländlicheren Gebieten (Städte mit weniger als 30.000 Einwohnern) sind hingegen nur 6,7 Besichtigungen nötig.

Wohnungen werden von fast 10 Besuchern besichtigt

Die Umfrage zeigt auch, dass zur Verfügung stehende Wohnungen durchschnittlich von 9,66 Interessenten besichtigt werden. Auch hier zeigt sich der Unterschied zwischen Großstädten und dem ländlichen Raum. Werden frei stehende Wohnungen in Städten mit über 500.000 Einwohnern durchschnittlich von 11,51 Interessenten besichtigt, so sind es in Städten mit weniger als 30.000 Einwohnern nur 8 Interessenten, bis ein geeigneter dabei ist.

Dass frei stehende Wohnungen von mehr Interessenten besichtigt werden, als Wohnungssuchende an Besichtigungen teilnehmen, lässt mathematisch betrachtet den Rückschluss zu, dass mehr Wohnugssuchende auf dem Markt unterwegs sind, als Wohnungen angeboten werden. Dieses Verhältnis errechnet sich für die Großstädte auf eine Übersteuerung von über 25%, in den ländlichen Regionen beträgt das Ungleichgewicht immerhin fast 20%.

Anzahl Besichtigungen

Anzahl der Besichtigungen vor der Vermittlung eines Mietobjekts

Maklerbeteiligung bei rund 50%

Aus der Umfrage ergibt sich außerdem, dass knapp die Hälfte aller Mietobjekte durch Immobilienmakler vermittelt werden. In den kleineren Städten unter 30.000 Einwohnern liegt die Quote nur bei rund 40%. In Großstädten werden Makler stärker beauftragt und sind bei 54% der Wohnungsvermittlungen beteiligt.

Kritik am Bestellerprinzip

Als Ergebnis der Umfrage folgert der IVD außerdem eine weitere Kritik am umstrittenen Bestellerprinzip, bei welchem zukünftig allein vom Auftraggeber des Maklers die Courtage gezahlt werden soll. Hier entsteht für die Makler eine lebensfremde Situation: Da eine erfolgreiche Vermittlung im Schnitt erst bei der 8. Besichtigung erfolgt, mussten dem Interessenten vorher bereits 7 andere Objekte gezeigt werden. Diese mussten, damit der Makler die Provision verlangen darf, vom Makler aufgrund eines schriftlichen Auftrags extra für den Auftraggeber gesucht werden und nicht aus einem Altbestand früherer Abfragen erzeugt werden. Diese 7 Objekte wurden nun aber nicht vermittelt und können laut Ansicht des IVD keinem anderen Mietinteressenten mehr provisionspflichtig vermittelt werden.

Inwieweit dieser angemahnte Missstand tatsächlich eintritt, wird sich erst beim konkreten Gesetzentwurf zum Bestellerprinzip zeigen. Bis zur tatsächlichen Einführung sind die Informationen aus der Umfrage aber ein nützlicher Hinweis dafür, wie viel Arbeitszeit Sie für Besichtigungen im Durchschnitt einplanen müssen, bis Sie einen provisionspflichtigen Abschluss erreichen.

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