Beratung bei der Frage, ob Neubau oder gebrauchte Immobilie

Als Makler stehen Sie vielleicht auch manchmal vor der Aufgabe, Interessenten die Vor- und Nachteile von einem Neubau im Vergleich zum Gebrauchtkauf zu erläutern. Hier können Sie mit Beratungsleistung punkten und von Ihrer Expertise überzeugen.

In Zeiten des Bestellerprinzips sprießen zahlreiche Online Angebote aus dem Boden, die versuchen, eine Konkurrenz für Immobilienmakler darzustellen. Gerade in diesem Zusammenhang ist es umso wichtiger, dass Sie sich von diesen “Abfertigungsangeboten” durch kompetente Beratung und besondere Kenntnisse hervorheben. Nur so kann die Funktion des beratenden Begleiters, der sein Geld in Form der Maklerprovision absolut Wert ist, zur Zufriedenheit des Kunden erfüllt werden.

Beratung Neubau Kauf

Ein guter Makler zeichnet sich durch gute Beratung aus. Bild: © Iurii Sokolov – Fotolia.com

Eine gefragte Beratungsleistung kann hierbei aufkommen, wenn sich Interessenten noch unsicher darüber sind, ob sie ein Haus selbst neu bauen lassen sollen oder ob sie eine bereits vormals bewohnte Immobilie, also eine “Gebrauchte” erwerben. Im folgenden Artikel stellen wir Ihnen hierzu einige Fakten und Denkanstöße zusammen, die Sie bei der Beratung Ihrer Kunden anbringen können sollten.

Häufigkeit Neubau vs. Bestandskauf

Aktuell entfallen von allen Baukrediten nur rund 30 Prozent auf die Finanzierung eines Neubaus. 40 Prozent der Käufer nutzen den Kredit hingegen für den Kauf einer gebrauchten Immobilie. Die übrigen 30 Prozent werden für Modernisierungsvorhaben, Umbauten oder Anschlussfinanzierungen genutzt.

Da die Mittel für Umbauten und Modernisierungen auch in bestehende Immobilien gesteckt werden zeigt diese Statistik des größten deutschen Baukreditvermittlers Interhyp, dass deutlich mehr gebrauchte Immobilien erworben als neue gebaut werden.

Begrenzte Verfügbarkeit

Zum einen liegt das schlichtweg an der Verfügbarkeit der unterschiedlichen Objekttypen: In einigen Bereichen Deutschlands gibt es 4 bis 5 Mal so viele bewohnte Immobilien auf dem Markt wie fertiggestellte Neubauten. Insgesamt besteht also allein ein größerer Markt für die gebrauchten Immobilien.

Dies ist einem Rückgang der Neubauten in den letzten Jahrzehnten geschuldet, der mit der Bevölkerungsentwicklung ganz leicht erklärt werden kann: Wenn genügend Objekte leer stehen entscheidet ganz einfach der Markt durch den Preis über die Nachfrage an bestehendem und neu zu bauendem Wohnraum.

Hinzu kommt, dass in unserem relativ dicht besiedeltem Land die Verfügbarkeit von attraktiven Bauplätzen immer geringer wird. Die schönsten Lagen sind dort, wo es baurechtlich möglich ist, meist schon von jemand anderem entdeckt und bebaut worden. Hier ist ab da nur noch ein Gebrauchtkauf möglich.

Die Grundstücke, die für einen Neubau verfügbar sind, werden dann aber wiederum häufig an Bauträger veräußert, z.B. wenn eine Gemeinde ein neues Wohngebiet ausweist. Der Bauträger teilt die Fläche dann in Parzellen und bebaut das Gelände möglichst dicht. Der klassische “eigene” und individuelle Neubau ist hier nur in seltenen Fällen möglich.

Weitere Argumente

Weitere Argumentationshilfen zu Themen wie Kosten, Baurisiken, Wunschvorstellungen und Besichtigungsmöglichkeiten erläutern wir in den Artikeln Vorteile einer gebrauchten Immobilie gegenüber einem Neubau und Risiken beim Neubau im Vergleich zur Bestandsimmobilie.

Für ebendiese Punkte sind Sie als Makler dabei. Hier setzen Sie sich vom Onlineportal ab und bringen Ihre Expertise ein. Versuchen Sie derartige Punkte zu klären, um dem Interessenten ein möglichst gutes Gefühl rund um die Immobilie verschaffen zu können. Es gibt schließlich kaum etwas Unangenehmeres als einen geplatzten Deal erst beim Notartermin.