EnEV-Novelle bringt Änderungen für die Immobilienvermittlung

Am 1. Mai tritt eine Neufassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft. Diese bringt auch eine erhebliche Änderung für den Immobilienmarkt mit sich: in Anzeigen müssen zukünftig Werte aus dem Energieausweis des Objektes mit angegeben werden. Zudem ist der Energieausweis zukünftig zwangsweise bereits spätestens ab dem Besichtigungstermin dem Interessenten zur Verfügung zu stellen.

Bisherige Praxis

Bereits seit der EnEV 2009 musste der Vermieter dem Mieter den Energieausweis seiner Immobilie „zugänglich“ machen. Dieser Pflicht wurde jedoch sehr unterschiedlich nachgekommen. So zeigen die Erfahrungen, dass über 90% der Mieter und ein noch größerer Anteil der Vermieter am Energieausweis bislang kein Interesse hatten.

Änderung der EnEV

Um nun das Bewusstsein für den Energieverbrauch einer Immobilie zu erhöhen, wird die EnEV novelliert: Gemäß Paragraph 16a müssen bei der Aufgabe einer Immobilienanzeige in kommerziellen Medien wie Zeitungen und Onlineportalen in der Anzeige gewisse Pflichtangaben zu den energetischen Kennwerten gemacht werden – vorausgesetzt Sie verfügen zu diesem Zeitpunkt über einen Energieausweis. Wenn für das Objekt noch kein Energieausweis besteht darf die Annonce zwar weiterhin ohne die Pflichtangaben aufgegeben werden, spätestens aber wenn ein Interessent die Immobilie ansehen will, muss der Energieausweis verfügbar sein. Die einzige Ausnahme bilden denkmalgeschützte Gebäude.

Durch diese Änderung soll erreicht werden, dass bereits bei der Erstauswahl von Wunschobjekten der Energieverbrauch des Gebäudes als Vergleichskriterium mit in die Entscheidung einfließen kann. Dadurch erhofft sich der Gesetzgeber primär eine Steigerung des Bewusstseins für den Energieverbrauch von Gebäuden, aber auch dass Besitzer von Immobilien mit schlechten Energiewerten gezwungen werden, energetische Anpassungen an ihrem Gebäude durchzuführen.

In die Annoncen müssen zukünftig folgende Informationen aus dem Energieausweis aufgenommen werden:

  • der Wert des Endenergieverbrauchs
  • wesentliche Energieträger für die Heizung des Gebäudes
  • bei Wohngebäuden das Baujahr und
  • die Energieeffizienzklasse (gilt nur für Energieausweise, die nach Inkrafttreten der Änderung der EnEV erstellt werden).

Wer gegen die neue Regelung verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Diese wird innerhalb einer Übergangsfrist bis Mai 2015 zwar noch nicht geahndet, danach wird aber ein Bußgeld fällig. Dieses kann bis zu 15.000 Euro betragen.

Verschärfte Regelungen für mehr Kontrolle

Darüber hinaus muss der Energieausweis nun zum Zeitpunkt der Besichtigung  des Kauf- oder Mietobjektes definitiv vorliegen, die vage Formulierung der „Zugänglichkeit“ ohne konkreten Zeitpunkt besteht nicht mehr. Beim Kauf oder dem Abschluss des Mietvertrages muss der Energieausweis nun verpflichtend in Original oder als Kopie ausgehändigt werden.

Eine zusätzliche Kontrollfunktion soll dadurch entstehen, dass Energieausweise, die nach dem 1. Mai ausgestellt werden, beim Institut für Bautechnik zentral registriert werden müssen und dass Energieausweise unabhängigen Stichprobenkontrollen unterzogen werden sollen. Mit diesen Maßnahmen zur erhöhten Kontrolle soll den teilweise illegalen Machenschaften mit Energieausweisen ein Riegel vorgeschoben werden.

Diese Änderungen sind für Sie als Immobilienmakler durchaus nicht unerheblich. Die Anzeigentexte in Printmedien werden sich durch die zusätzlichen Angaben verlängern und somit teurer werden. Die zwangsweise Vorlage des Energieausweises bis zum Besichtigungstermin kann dazu führen, dass manche Objekte, für die der Ausweis erst erstellt werden muss, erst verzögert inseriert werden können.

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