Erfolge mobiler Angebote werden zu selten überprüft

Wie eine aktuelle Studie belegt reagieren Unternehmen inzwischen langsam auf den mobilen Trend. Doch die angepassten Angebote werden noch zu selten bezüglich ihres Erfolgs kontrolliert.

Die Nutzungszahlen belegen, dass der Trend hin zum mobilen Internet ungebremst voranschreitet. Laut der Studie “The Quest for Mobile Excellence” von Econsultancy und Adobe unternehmen die deutschen Internetseitenbetreiber aber erst sehr langsam erste Schritte in Richtung eines Wandels hin zur mobilen Optimierung ihrer Webseiten (s. Artikel Viele Unternehmen stellen auf mobile Angebote um). Und falls doch schon mobile Angebote gemacht werden, geschieht dies relativ häufig noch ziemlich planlos und fast im Blindflug, denn die Wahrnehmung der Anpassungen für mobile Bedienbarkeit und Darstellung bei den Kunden wird oft nicht hinterfragt.

Mobile Optimierung wird immer wichtiger

Heutzutage sollten Sie Ihren Auftritt für mobile Geräte anpassen. Bild: © clownbusiness – Fotolia.com

Mobile Optimierung bedeutet nicht nur eine App

Hier ist zunächst ein erster, kapitaler Fehler festzustellen: Viele Unternehmer denken, dass sie eine eigene App produzieren und anbieten müssen, um “mobil optimiert” zu sein. Denn viele sehen als klar wahrnehmbaren Bestandteil eines Smartphones nur die Apps und übersehen, dass es viel wichtiger wäre, den eigenen Internetauftritt auf die mobile Darstellung zu optimieren. Schließlich will nicht jeder Interessent, der sich während der Busfahrt oder im Café über Sie informieren möchte, gleich eine App herunterladen, sondern wird einfach nur kurz auf Ihre Internetseite schauen wollen oder bei der mobilen Suche über eine Suchmaschine auf Ihre Webseite weitergeleitet werden. Welche weiteren Möglichkeiten der mobilen Optimierung es für die Darstellung Ihrer Internetseite gibt, vergleichen wir im Artikel Mobile Webseite vs. Responsive Design.

Überprüfung der Erfolge findet zu selten statt

Doch auch die Unternehmen, die Apps anbieten, lassen dem Geschehen meist unbeachtet seinen Lauf. Laut der Studie messen von den App Anbietern zwar immerhin 76 %, wie oft die eigene App heruntergeladen wurde, doch weitere Untersuchungen um darüber hinaus mehr über das Verhalten der Kunden zu erfahren stellen jedoch nur wenige Unternehmen an. So misst weniger als die Hälfte (48 %), ob die eigene App denn nur einmalig oder mehrfach benutzt wird, nur 41 % überprüft die Zeit, die die Nutzer mit der App verbringen und sogar weniger als 40 % ermittelt, ob tatsächliche Erfolge wie gesteigerter Umsatz auf die App zurückzuführen sind.

Mittel zur Erfolgskontrolle

Wenn Sie es besser machen wollen, sollten Sie Ihr Angebot ständig auf Erfolg prüfen und bereit sein, Veränderungen für die Verbesserung Ihres Angebots durchzuführen. Dafür stehen Ihnen heutzutage im Internet zahlreiche Kontrollmöglichkeiten zur Verfügung. Auch mit Ihrem gewöhnlichen Google Analytics Account können Sie nicht nur den allgemeinen Erfolg Ihrer Internetseite messen, sondern auch gezielte Abfragen getrennt nach mobile und nicht mobile Besuchern durchführen.

Geringe Änderungsbereitschaft bei Feedback

Eine weitere, hervorragende Möglichkeit der Überprüfung Ihres mobilen Angebots wäre das Einholen von Feedback und anschließend auch die Reaktion darauf. Schließlich bekommt man im besten Fall genau die Punkte aufgezeigt, die direkt beim Benutzer negativ aufstoßen und erhält somit kostenlos einen Testbericht des eigenen Angebots aus der Praxis. Doch auch hier zeigen sich die Unternehmen laut der Studie wenig beeinflussbar von ihren Besuchern: Nur 53 % der App Anbieter führen Updates und Anpassungen aufgrund von Feedback durch. Nutzerfreundlichkeit sieht anders aus.

Die Studie belegt einen langsamen Wandel hin zur mobilen Optimierung des Online Angebots. Dass Überprüfungsmechanismen hier noch nicht genutzt werden scheint ein gängiges Phänomen zu sein, schließlich wurde auch nach der Einführung des Internets jahrelang verschlafen, die Erfolge mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu kontrollieren. Es bleibt zu hoffen, dass aus alten Fehlern gelernt wird und mobile Internetauftritte schneller an Nutzerwünsche angepasst werden.