Fehlender Energieausweis: nun droht Bußgeld!

Das Vorlegen eines Energieausweises ist schon seit geraumer Zeit verpflichtend eingeführt, Zuwiderhandlungen wurden bislang aber nicht groß geahndet. Nun droht bei Nichtbeachtung ein saftiges Bußgeld.

Seit Einführung der aktuellsten Energieeinsparverordnung im Jahr 2014 (EnEV 2014) hat es auch im Immobilienbereich umfassende Änderungen gegeben (s. Artikel EnEV-Novelle bringt Änderungen für die Immobilienvermittlung). So ist es seit diesen knapp 1,5 Jahren vorgeschrieben, für Immobilien in bestimmten Fällen einen Energieausweis vorweisen zu können. Wer sich nicht daran hält begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Makler erklärt Energieausweis

Seit Einführung der EnEV übernimmt oft der Makler die Aufgabe, sich um den Energieausweis zu kümmern. Bild: © Iurii Sokolov – Fotolia.com

Studie zum bisherigen Umgang mit Energieausweisen

Laut einer Studie des Immobilienportals Immowelt verfügen aber bislang nur 57 % der Mietobjekte bzw. sogar nur 53 % der Verkaufsimmobilien bereits zum Zeitpunkt der Beauftragung des Maklers über einen solchen Energieausweis. Die Gründe dafür liegen auf der Hand:

  • Der Energieausweis ist nur im Vermarktungsfall verpflichtend. Bestandsimmobilien, die nicht neu vermarktet werden, müssen also keinen Energieausweis erhalten.
  • Der Energieausweis muss erst bis zur Besichtigung der Immobilie vorgelegt werden. Die Verkäufer oder Vermieter überlassen die Formalitäten hierzu also gern dem Makler, um sich selbst um nichts kümmern zu müssen.
  • Bislang wurde bei Verstößen kein Bußgeld erhoben, sondern lediglich maximal eine Abmahnung gegenüber dem Immobilienmakler ausgesprochen.

Auch der Zeitpunkt, wann der Mieter oder Käufer den Energieausweis zu Gesicht bekommt, variiert bislang noch stark: so ermittelt die Studie, dass nur bei 86 % aller Vermittlungen EnEV-konform der Energieausweis bis zum Besichtigungstermin vorgelegt wird – nämlich bei 41 % schon vorab mit dem Exposé und bei 45 % direkt zur Besichtigung. In 7 % der Fälle wird der Energieausweis erst verspätet zur Vertragsunterzeichnung nachgereicht, in 6 % sogar gar nicht. (Einzelwerte gerundet)

Zeitpunkt Energieausweis

In 13% aller Immobilien Vermittlungen wird der Energieausweis zu spät oder gar nicht vorgelegt (Einzelwerte gerundet).

Bußgeld bei fehlendem Energieausweis

Die Einstellung zu den Energieausweisen dürfte sich seit dem 1. Mai aber nun ändern, denn seitdem wird ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro erhoben, wenn gegen die Vorgaben aus der Energieeinsparverordnung verstoßen wird und der Energieausweis beim Angebot der Immobilie nicht rechtzeitig vorliegt. Und zwar gilt diese Einführung nicht nur für gewerblich Handelnde wie Immobilienmakler, sondern auch für private Inserenten.

Auswirkung der EnEV 2014 für Makler

Für die Makler bedeutete die Einführung der EnEV 2014 mehr Arbeit. So klagt nach den bisherigen 1,5 Jahren rund ein Drittel aller Makler über Mehrarbeit durch die Pflicht zur Vorlage der Energieausweise, denn die Eigentümer der Immobilien überlassen das Thema Energieausweis häufig komplett dem Makler.

Dieser Umstand muss aber nicht unbedingt negativ bewertet werden, sondern kann auch als ein weiterer Baustein für die Wahrnehmung der Immobilienmakler als wichtiger Berater bei der Immobilienvermittlung gesehen werden. Denn da auch private Inserenten zukünftig mit Bußgeldern rechnen müssen, handelt es sich hier um einen zusätzlichen Vorteil für den vom Makler betreuten Anbieter im Vergleich zu demjenigen, der sein Glück selbst versucht.