Geldwäschegesetz bringt nur geringe Auswirkungen für Makler

Eine aktuelle Umfrage hat gezeigt, dass Makler nur selten mit Situationen konfrontiert sind, die bezüglich einer Geldwäsche verdächtig sind. Trotzdem ist Vorsicht geboten, denn es können erhebliche Strafen drohen.

Das Geldwäschegesetz im Immobilienhandel

Das Geldwäschegesetz wurde in seiner aktuellen Form vor 3 Jahren eingeführt und soll verhindern, dass Gewinne aus illegalen Geschäften in den Umlauf gebracht werden können. Dazu sind besondere Vorsichtsmaßnahmen vorgeschrieben, sobald eine Transaktion einen großen finanziellen Umsatz bedingen kann – wie eben z.B. bei Immobiliengeschäften. Deshalb schreibt der Gesetzgeber auch Immobilienmaklern spezielle Abfragen vor, allerdings nur für die Veräußerung, nicht für die Vermietung.

So kann z.B. die Bezahlung einer Immobilie mit Bargeld auf eine gesetzeswidrige Geldquelle hinweisen. Auch fehlende oder unstimmige Angaben zur Person oder geringes Interesse an Details zur Immobilie und zum Kaufpreis sollten beim Immobilienmakler die Alarmglocken läuten lassen. Im Falle des Verdachts ist eine Verdachtsanzeige beim entsprechenden Landeskriminalamt zu stellen.

Immobilienkauf mit Bargeld

Die Bezahlung einer Immobilie mit größeren Mengen Bargeld kann ein Verdachtsmoment darstellen. Bild: © vege – Fotolia.com

Umfrage zur Auswirkung bei Maklern

Der Immobilienverband IVD hat nun zur Ermittlung der Auswirkungen des Geldwäschegesetzes im Immobilienhandel eine Umfrage unter seinen Mitgliedern durchgeführt, die gezeigt hat, dass nur wenige Makler bisher mit Transaktionen befasst waren, die Grund zur Skepsis bezüglich des Geldwäschegesetzes gegeben haben und im Alltag der Makler insgesamt nur sehr wenige Verdachtsmomente auf einen kriminellen Hintergrund bestehen:

  • Nur ca. 5 % aller Befragten gaben an, dass sich schon mal ein Kunde nur gering für den Kaufpreis und die Einzelheiten einer Immobilie interessiert habe.
  • Weniger als 8 % aller Vermittlungsgeschäfte werden mit nennenswerten Anteilen von Bargeld abgewickelt.
  • Im Falle von fehlenden oder unglaubwürdigen Angaben zur Person versuchen fast 60 % der Makler, eigene Recherchen zum Käufer anzustellen und somit die Verdachtsmomente zu minimieren.
  • Insgesamt fühlen sich die befragten Immobilienmakler im Umgang mit Verdachtssituationen sehr sicher.

Der IVD kommt deshalb zu dem Schluss, dass Geldwäsche im (maklerbetreuten) Immobilienbereich kaum ein Problem darstellt.

Folgen für den Makler bei Missachtung

Dennoch ist für Sie als Immobilienmakler größte Vorsicht geboten, denn dass nur selten Verdachtsfälle vorliegen bedeutet nicht, dass keine Gefahr besteht. Sollte eine vorsätzliche oder auch nur grob fahrlässige Missachtung des Geldwäschegesetzes festgestellt werden, muss über hohe Geldstrafen hinaus sogar mit strafrechtlicher Verfolgung gerechnet werden. Immobilienmakler sollten deshalb zumindest diese groben Handlungsempfehlungen beachten:

  • Dokumentieren Sie grundsätzlich jeden relevanten Schritt – im Fall des Falles sollten sämtliche Überlegungen und damit die Einhaltung Ihrer Pflicht nachvollziehbar sein können. Bewahren Sie diese und alle anderen relevanten Unterlagen für mindestens 5 Jahre auf.
  • Stellen Sie bei jedem Veräußerungsgeschäft die Identität Ihres Kunden fest (inkl. Dokumentation)
  • Stellen Sie auch sicher, dass alle Ihre Mitarbeiter mit den Regelungen des Geldwäschegesetzes vertraut sind (inkl. Dokumentation). Auch eine Grundüberprüfung der Zuverlässigkeit Ihrer Mitarbeiter sollte dokumentiert werden.
  • “Melden macht frei” – führen Sie deshalb sicherheitshalber eine Verdachtsmeldung beim Landeskriminalamt durch, sobald Sie eine noch so kleine Ungereimtheit feststellen.

Wichtig ist in erster Linie das Bewusstsein, dass das Thema Geldwäsche beachtet werden muss, die Hürde der groben Fahrlässigkeit muss dann erst mal gerissen werden. Weiterführende Tipps, wie Sie als Immobilienmakler mit dem Geldwäschegesetz umgehen sollen, haben wir in einem eigenen Artikel zusammengefasst (Geldwäschegesetz: so handeln Sie korrekt).

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