Geldwäschegesetz: so handeln Sie korrekt

Mancher Kunde schaut zunächst etwas ungläubig, wenn er vom Immobilienmakler nach seinem Personalausweis gefragt wird. Doch hier handelt der Makler absolut korrekt. Wenn Sie keine Bußgeldzahlungen riskieren wollen, sollten Sie folgende Vorgaben aus dem Geldwäschegesetz unbedingt umsetzen.

Der Gesetzgeber schätzt die Anfälligkeit der Immobilienbranche für Geldwäsche als besonders hoch ein. Aus diesem Grund müssen sich Immobilienmakler ähnlich stark mit diesem Thema beschäftigen, wie Banken oder sonstige Finanzdienstleister. Um allen hierfür gestellten Anforderungen aus dem Geldwäschegesetz zu entsprechen müssen Sie sich deshalb an folgende Punkte halten.

Handeln Sie noch vor dem Vertragsabschluss

Gemäß Geldwäschegesetz müssen Sie bereits vor dem mündlich oder schriftlich abgeschlossenen Maklervertrag die Identität Ihrer Kunden feststellen. Dabei sind Sie verpflichtet, sich den Personalausweis zeigen zu lassen und die Daten aus dem Ausweis festzuhalten (abschreiben oder den Ausweis kopieren). In der Folge müssen Sie sogar noch prüfen, ob im eigenen wirtschaftlichen Interesse gehandelt wird, oder ob die Person von einem Dritten beauftragt wurde.

Geldwäschegesetz bei Maklervertrag

Um dem Geldwäschegesetz zu entsprechen, müssen Sie als Makler noch vor dem Vertragsschluss bestimmte Informationen über Ihre Kunden einholen; Bild: © gstockstudio – Fotolia.com

Verpflichtung des Maklers aus dem Geldwäschegesetz

Die Verpflichtungen aus dem Geldwäschegesetz sind im Einzelnen:

  • Sie müssen Ihren Vertragspartner identifizieren.
  • Dafür sind Sie verpflichtet, den Personalausweis des Kunden einzusehen oder bei Firmen Einsicht ins Handelsregister zu nehmen.
  • Sie müssen folgende Informationen vermerken: Name, Geburtsort, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Anschrift, Personalausweisnummer und die ausstellende Behörde. Dafür empfiehlt sich, eine Kopie des Personalausweises anzufertigen.
  • Bei Firmen müssen Sie zusätzlich dazu Folgendes vermerken: Firmenbezeichnung, Rechtsform, Registernummer, Anschrift und Sitz der Hauptniederlassung und den Namen des gesetzlichen Vertreters.
  • Sie müssen Informationen über den Geschäftszweck einholen.
  • Sie sind verpflichtet in Erfahrung zu bringen, ob der Kunde für sich selbst oder für einen dritten handelt. Wer ist ggf. der wirtschaftlich Berechtigte?
  • Die Unterlagen sind vom Immobilienmakler 5 Jahre lang aufzubewahren.
  • Sämtliche Transaktionen (insbesondere Zahlungsflüsse) und auch die gesamte Geschäftsbeziehung selbst sind vom Makler kontinuierlich zu überwachen.

Verpflichtung des Kunden

Doch auch die Kunden trifft hierbei eine Verpflichtung: gemäß §4 Abs. 6 des Geldwäschegesetztes (GwG) sind die Kunden dazu verpflichtet, die nötigen Unterlagen vorzulegen und entsprechenden Auskünfte zu erteilen.

Selbst wenn Ihre Kunden möglicherweise etwas ungläubig schauen, wenn Sie diese um den Personalausweis fragen, sollten Sie die hier genannten Absicherungen stets durchführen. Weisen Sie Ihre Kunden aber ausführlich auf das Geldwäschegesetz hin und dass Sie zu diesen Abfragen gesetzlich verpflichtet sind. Im Endeffekt beweist es Ihre Kompetenz und eine Nichtbeachtung kann zu Bußgeldern und Sanktionen durch Strafvorschriften führen.

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