Gesetzeslage zu häufigen Vermittlungsfragen

Als Makler sehen Sie sich auch oft mit skeptischen Rückfragen zu allgemeinen Punkten konfrontiert. Im folgenden Artikel stellen wir deshalb einige Fragen zusammen, die Ihnen gestellt werden könnten, und nennen dazu die einschlägigen gerichtlichen Entscheidungen.

Brauchen Immobilienmakler eine bestimmte Ausbildung?

Nein. Gesetzlich vorgeschrieben sind in Deutschland lediglich ein Gewerbeschein und ein polizeiliches Führungszeugnis, welches belegt, dass man keine einschlägigen Vorstrafen hat. Mit diesen Voraussetzungen kann sich jeder “Immobilienmakler” nennen, denn dieser Begriff ist nicht weitergehend geschützt. Diese Anforderungen ergeben sich aus § 652 ff. BGB.

Immobilienverbände wie beispielsweise der IVD fordern allerdings schon lange die Einführung einer Zulassungsbeschränkung bzw. eine vorgeschriebene Ausbildung, da sich sonst auch viele schwarze Schafe auf dem Markt bewegen können. Ohne gesetzliche Änderung ist das jedoch aussichtslos, weswegen zum Nachweis der Qualifikation auf freiwilliger Basis wenigstens ein Zertifikat nach DIN EN 15733 oder zumindest die Mitgliedschaft in einem Berufsverband in Verbindung mit regelmäßigen Weiterbildungen erbracht werden sollte.

Gesetzeslage bei Immobilienfragen

Bei vielen Themen müssen Sie als Makler Kenntnisse über die gültige Rechtslage haben. Bild: © Haramis Kalfar – Fotolia.com

Muss der Makler über bekannte Mängel informieren?

Ja, wenn ein Immobilienmakler von einem Mangel der Immobilie weiß ist er verpflichtet, den Interessenten darüber zu informieren. So entschied z.B. das Oberlandesgericht Hamburg (Aktenzeichen 13 U 27/10).

Der Mietvertrag gilt allerdings i.d.R. auch, wenn der Makler falsche Aussagen getroffen hat. Jedoch kann es sein, dass unter bestimmten Voraussetzungen Schadensersatzansprüche erhoben werden, z.B. wenn der Makler vorsätzlich also absichtlich Unwahrheiten verbreitet hat. Das ist jedoch schwer nachweisbar.

Wird immer automatisch eine Provision fällig?

Nein. Die Maklerprovision ist ein Erfolgshonorar, ihr ist also der Erfolg der Vermittlung geschuldet. Wenn es aber zu einem Vertragsschluss kommt, so wird auch die Provision fällig. Hierbei ist es unerheblich, wie viel der Makler für diesen Erfolg tun musste. Auch der Fall, dass nach der Herstellung des Erstkontakts versucht wird, die Vermittlung “am Makler vorbei” zwischen Anbieter und Interessenten direkt durchzuführen ist gerichtlich entschieden worden: Das Landgericht Hamburg sprach einem Makler die Provision zu, nachdem er dem Interessenten nur das Exposé zuschickte und dieser daraufhin mit dem Verkäufer direkt verhandelte (Aktenzeichen 322 O 341/09).

Kann die Provision beliebig hoch sein?

Nein. Die Höhe der Maklerprovision ist begrenzt. Sie darf maximal zwei Monatskaltmieten zzgl. Mehrwertsteuer betragen. Geregelt ist dieser Höchstsatz im Wohnungsvermittlungsgesetz.

Auch andere, darüber hinaus reichende Gebühren wie Einschreibekosten, Spesen o.ä. dürfen nicht gesondert abgerechnet werden. In der gedeckelten Provisionssumme sind alle Auslagen enthalten. So entschied beispielsweise das Landgericht Bonn gegen die Bearbeitungsgebühr eines Maklers für die Anfertigung des Mietvertrages (Aktenzeichen 8 S 192/13).

Mit welchen typischen Fragen, Halbwahrheiten oder Unsicherheiten sehen Sie sich in Ihrem Alltag konfrontiert? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und berichten Sie über die sicherlich teilweise kuriosen Vorstellungen mancher Kunden.

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