Grunderwerbsteuer beim Immobilienkauf oft unbekannt

Beim Kauf einer Immobilie fallen in Deutschland nicht unerhebliche Nebenkosten an. Eine davon ist die Grunderwerbsteuer, von welcher aber laut einer aktuellen Umfrage rund der Hälfte aller Kaufinteressenten nicht ein mal weiß, wie hoch diese ist.

Neben der Maklerprovision und den Notar- und Grundbuchamtskosten ist die Grunderwerbsteuer eine oftmals nicht gänzlich bekannte Größe bei der Berechnung der Nebenkosten für einen Immobilienkauf (s. Artikel “Die Nebenkosten beim Immobilienerwerb“). Dennoch können hierfür bei einem Immobilienkauf schnell 5-stellige Beträge erreicht werden.

Unterschiede bei den Bundesländern

Die Höhe der Grunderwerbsteuer ist nicht bundeseinheitlich gleich geregelt, sondern eine von den Ländern erhobene Steuer und somit in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich. In Hessen wurde sie soeben von 5% auf 6% erhöht. Bundesweit liegt sie zwischen 3,5% und 6,5% des Kaufpreises.

Die Grunderwerbsteuer ab 2014 je nach Bundesland im Überblick:

  • 5,0 % Baden-Württemberg
  • 3,5 % Bayern
  • 6,0 % Berlin
  • 5,0 % Brandenburg
  • 5,0 % Bremen
  • 4,5 % Hamburg
  • 5,0 % Hessen – ab 01.08.2014 6, 0%
  • 5,0 % Mecklenburg-Vorpommern
  • 5,0 % Niedersachsen
  • 5,0 % Nordrhein-Westfalen
  • 5,0 % Rheinland-Pfalz
  • 5,5 % Saarland
  • 3,5 % Sachsen
  • 5,0 % Sachsen-Anhalt
  • 6,5 % Schleswig-Holstein
  • 5,0 % Thüringen

Wie hoch im betreffenden Bundesland die Grunderwerbsteuer tatsächlich genau ist, wissen aber bei weitem nicht alle Kaufinteressenten.

Jeder zweite kennt die Höhe der Grunderwerbsteuer nicht

Das beweist nun auch eine aktuelle Studie von Immobilienscout24, die eine Befragung von 1.200 Kaufinteressenten aus ganz Deutschland auswertet. Demnach können nur 49% der Kaufinteressenten – also nicht mal ganz jeder zweite – die Höhe der Grundsteuer korrekt benennen. Immerhin ungefähr einschätzen können die Höhe der Grundsteuer weitere 27% der Befragten. Erschreckend aber ist die Tatsache, dass rund ein Viertel der Kaufinteressenten überhaupt keine Ahnung von der Höhe dieser Nebenkostenart hat: 20% geben an, die Höhe der Grunderwerbssteuer raten zu müssen, 4% haben sogar noch nie etwas von der Grunderwerbssteuer gehört.

Ergebnisse Umfrage Grunderwerbsteuer

Der Wissensstand über die Höhe der Grunderwerbsteuer ist bei Kaufinteressenten sehr unterschiedlich; Quelle: Immobilienscout24

Beratungsleistung der Makler gefordert

Bei dieser Unwissenheit birgt sich eine weitere Chance für das zentrale Alleinstellungsmerkmal des Immobilienmaklers: die Beratung. Diese ist durch eine reine Internetrecherche des Interessenten nicht zu ersetzen. Durch Ihr Wissen um die Grunderwerbssteuer und die anfallenden Nebenkosten im Allgemeinen können Sie Ihren Kunden vom ersten Moment an alle zu erwartenden Kostenpunkte nennen, die noch zum Kaufpreis dazu kommen. Somit ist eine Grundlage für die Information über die grundsätzliche Finanzierbarkeit erst durch Ihr Wissen zu schaffen.

Bei den unterschiedlichen Grunderwerbsteuersätzen können zwischen den Bundesländern beachtliche Differenzen bestehen. Ein Objekt von 200.000 Euro kostet beispielsweise in Sachsen 7.000 Euro, in Schleswig-Holstein hingegen 14.000 Euro Grunderwerbsteuer. Informieren Sie Ihre Kunden also unbedingt möglichst früh über die zu erwartenden Kosten. Andernfalls kann die Enttäuschung groß sein, wenn ein erhofftes Objekt doch nicht erschwinglich ist – vor allem auch bei Ihnen.