Immobilienbranche plant Änderung beim Sachkundenachweis

In der Immobilienbranche sind neben den öffentlich derzeit umfangreich diskutierten Neuerungen noch weitere Änderungen geplant. Hiervon betroffen sind Immobilienkreditvermittler, Wohneigentumsverwalter und auch Immobilienmakler.

Bereits in mehreren Artikeln sind wir auf die geplanten Neuerungen durch Mietpreisbremse und das Bestellerprinzip eingegangen (z.B. im Artikel Bestellerprinzip und Mietpreisbremse kommen). Es sind aber aktuell noch weitere Änderungen im Gespräch, die in der allgemeinen Wahrnehmung weniger Gehör finden, nämlich Änderungen für Mitarbeiter der Immobilienbranche selbst.

Makler lernt für Sachkundenachweis

Durch Einführung einer Sachkundeprüfung für Immobilienmakler könnte die Branche einen positiven Imagewandel vollziehen. Bild: © Haramis Kalfar – Fotolia.com

Änderung für Immobilienkreditvermittler

So ist eine Änderung des Gesetzes zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz vorgesehen. Ein erster Entwurf der Gesetzesänderung, welche im Frühjahr 2016 beschlossen werden soll, sieht für die Gewerbeordnung die Einführung einer neuen Erlaubnisnorm für Immobilienkreditvermittler vor.

Damit wird für die Vermittler Folgendes zur Grundvoraussetzung:

  • eine Erlaubnis, deren Form der Erteilung durch die Länder festgelegt werden soll
  • eine Registrierung in einem durch die IHK’n geführten Register
  • eine Sachkundeprüfung, für welche ebenfalls die IHK’n zuständig sein werden und
  • eine Berufshaftpflichtversicherung.

Änderungen für Immobilienmakler und WEG-Verwalter

Auch für Makler und Wohnungseigentumsverwalter sollen laut einer Meldung der IHK Änderungen durchgeführt werden. Geplant ist, als Erlaubnisvoraussetzung die Einführung eines Sachkundenachweises und den Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung verpflichtend vorzuschreiben. In diesem Zusammenhang sind laut Angaben der IHK bereits folgende Punkte bekannt:

  • Es soll eine Sachkundeprüfung eingeführt werden, in der Immobilienmakler und Wohneigentumsverwalter zukünftig ihr Wissen unter Beweis stellen müssen.
  • Ausnahmen hierfür bilden bereits langjährig in dieser Branche Tätige – es soll eine so genannte “Alte-Hasen”-Regelung geben. Auch Eigentümergemeinschaften, die ihr eigenes Wohneigentum verwalten, sollen von der Zulassungsbeschränkung ausgeschlossen werden.
  • Es ist auch weiterhin keine spezielle Registerführung geplant.

Für die gesamte Thematik der Zulassungsbeschränkung von Maklern durch Einführung eines Sachkundenachweises (s. Artikel Sachkundenachweis für Makler gefordert) könnte diese neue Entwicklung gravierende Änderungen mit sich bringen. Für Übergangszeiträume sind zwar großzügige Fristen zugesagt, doch kann eine derartige Maßnahme die langfristige Entwicklung der Branche erheblich beeinflussen.

In wie weit bereits die Einführung des Bestellerprinzips bereits einer Zulassungsbeschränkung vorgreift, bleibt abzuwarten. Zu vermuten ist, dass durch den härteren Wettbewerb einige unseriöse bzw. unprofessionelle Makler ohnehin vom Markt verschwinden. Auf das Ansehen der Branche insgesamt können derartige Regelungen aber nur positive Auswirkungen haben und sollten daher begrüßt werden.

 Share on Google+Tweet about this on TwitterShare on Facebook