Kündigung einer Mietwohnung ist nicht rücknehmbar

Oft können Sie durch Beratung über die Vermittlungstätigkeit hinaus auf sich aufmerksam machen. Hier beantworten wir für solche Zwecke die Frage, ob die Kündigung einer Wohnung zurückgenommen werden kann.

Als Immobilienmakler kommen häufig auch Fragen auf Sie zu, die nicht direkt mit der Vermittlungstätigkeit zu tun haben. Hier macht es Sinn, auch gewisse rechtliche Grundsätze zu verstehen und so auch ohne direkte Vermarktung eine unverbindliche Auskunft geben zu können. Auf diese Weise können Sie Ihren Ruf als Experte verstärken und potentiellen zukünftigen Kunden gegenüber als kompetenter Berater in Erinnerung bleiben.

Kann eine Kündigung zurückgenommen werden?

So kann beispielsweise die Frage aufkommen, ob die Kündigung einer Mietwohnung widerrufbar ist, beispielsweise weil es sich der Mieter doch anders überlegt hat. Könnten Sie diese Frage beantworten?

Beratung durch Immobilienmakler

Als Makler sollten Sie stets ein gut beratender Ansprechpartner in allen Immobilienfragen sein. Bild: © Iurii Sokolov – Fotolia.com

Die Rücknahme der Wohnungskündigung ist prinzipiell nicht möglich. Aber wie so oft gibt es auch hier eine Ausnahme von der Regel: wenn die Rücknahme der Kündigung den Vermieter vor der Kündigung oder gleichzeitig mit ihr erreicht, so wird sie unwirksam. Wenn also beispielsweise die Kündigung per Post versandt wurde und dem Mieter unmittelbar danach klar wird, dass er doch in der Wohnung bleiben möchte, so könnte er Glück haben, wenn der Brief den Vermieter noch nicht erreicht hat und er noch schnell zum Telefon greifen kann.

Wenn diese kurze Zeit versäumt wird gibt es nach der erfolgten Kündigung 3 Möglichkeiten, wie es weiter gehen kann:

  • Wenn die Kündigung zurückgenommen wird, dies aber zu spät erfolgt, kann der Mieter Glück haben und der Vermieter sich einverstanden erklären, die Rücknahme der Kündigung doch noch anzunehmen. In diesem Fall kann der gleiche Mietvertrag mit denselben Konditionen weiter geführt werden oder ein neuer Mietvertrag mit denselben Konditionen wie bisher abgeschlossen werden.
  • Wenn der Vermieter die verspätete Rücknahme nicht akzeptiert, bleibt dem Mieter nur noch die Möglichkeit, mit dem Vermieter einen neuen Mietvertrag auszuhandeln. Hier können aber natürlich veränderte Konditionen verhandelt werden, im Zweifel wird die Wohnung also teurer.
  • Sollte der Vermieter aber auch keinen veränderten Mietvertrag anbieten, muss der Mieter die Wohnung spätestens bis zum Kündigungstermin geräumt haben und der Vermieter kann sie an jemand anderen neu vermieten.

Möglicherweise Anfechtung denkbar

Die Kündigung kann unter Umständen gerichtlich angefochten werden, falls sie

  • unabsichtlich ausgesprochen,
  • durch eine Täuschung hervorgerufen oder
  • aufgrund einer Drohung vollzogen wurde.

Dieser Prozess kann aber unangenehm und ggf. auch teuer werden (Anwaltskosten, Verfahrenskosten, etc.). Oft wird es auch nicht ganz leicht sein, bestimmte Vorwürfe nachweisen zu können.

Sollte die Anfechtung erfolgreich sein, wird die Kündigung nichtig, was bedeutet, dass beide Parteien so gestellt werden, als hätte die Kündigung nie stattgefunden: Der Mietvertrag bleibt also mit seinen bisherigen Rahmenbedingungen weiterhin gültig.

Für ein Grundverständnis sind solche rechtlichen Einschätzungen sehr hilfreich. Trotzdem sollten Sie bei Rechtsfragen immer nur unverbindliche, eigene Einschätzungen abgeben und stets den Hinweis hinzufügen, dass im Zweifelsfall sicherheitshalber ein Rechtsanwalt aufgesucht werden sollte.

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