Makler haftet für falsche Angaben im Exposé

Trifft ein Immobilienmakler im Exposé eines Objekts falsche Angaben, so kann er gegenüber dem Käufer für Schadensersatz haften. Dies bestätigt ein aktuelles Urteil des OLG München. Für Makler kann das ganz schön teuer werden.

Ganz allgemein betrachtet können Makler durchaus Angaben des Verkäufers im Exposé ungeprüft übernehmen. Diese können auch so an den Kaufinteressenten weitergeleitet werden. Wenn der Makler aber von der Unrichtigkeit der Angaben weiß oder sich diese ihm hätte aufdrängen müssen, so muss er den Interessenten auf diesen Fehler im Exposé hinweisen.

Makler falsche Angabe im Exposé

Hat der Makler gewusst oder hätte wissen müssen, dass Angaben im Exposé falsch sind, kann es im Streitfall teuer werden. Bild: © apops – Fotolia.com

Insbesondere bei Angaben, die den Kaufpreis beeinflussen ist hier deshalb besondere Sorgfalt geboten. Durch eine Klage auf Schadensersatz durch den Käufer kann es hier um viel Geld gehen. Allerdings ist der Kläger in der Beweislast was bedeutet, dass er dem Makler nachweisen muss, dass dieser seine Aufklärungspflicht verletzt hat.

Konkreter Fall des OLG München

In einem konkreten Fall des Oberlandesgerichts München (Urteil vom 19.11.2014) ging es um ein Haus, in dessen Exposé der Makler die Angabe übernommen hatte, dass das Haus vollständig unterkellert sei. Dies war jedoch nicht der Fall. Der Käufer konnte unstreitig belegen, dass er das Haus nur teilunterkellert nicht gekauft hätte. Der Makler gab die Verletzung seiner Aufklärungspflicht zu. Ein Sachverständiger schätzte die Tatsache der fehlenden vollständigen Unterkellerung auf 2.000 Euro Kaufpreisunterschied.

Schadensersatz kann teuer werden

Im Falle einer Schadensersatzzahlung ist hier jedoch durch den Makler nicht nur der Unterschied des Wertes der Immobilie aufzubringen. Da der Käufer das Haus teilunterkellert gar nicht gekauft hätte, ist der so genannte “Vertrauensschaden” zu ersetzen. Das bedeutet, dass der Kläger so gestellt werden muss als hätte der Kauf nie stattgefunden.

Wie das OLG in diesem Fall feststellte handelt es sich dabei um Anschaffungskosten wie die Maklerprovision, Grundbuchkosten und die Grunderwerbsteuer. Sogar Betriebskosten, die nur aufgrund des Besitzes der Immobilie anfallen, können zum Schaden gerechnet werden. Betriebskosten für Strom, Wasser und Heizung werden nicht angerechnet.

Dazu können sogar noch Kosten für entgangene Zinsen kommen, der Käufer hätte schließlich seit Abschluss des Kaufvertrags den Kaufpreis zinsbringend anlegen können. Die Wertminderung aufgrund des fehlenden Kellers kommt ebenfalls noch hinzu. Sollte das Objekt inzwischen einer Wertsteigerung unterlegen sein, würde dieser Betrag allerdings gegengerechnet werden.

Der hier beschriebene Fall wirkt etwas seltsam, so hätte der Kläger dem Makler nur schwer die Verletzung der Aufklärungspflicht nachweisen können, wenn dieser sie nicht zugegeben hätte. Warum dem Kläger nicht vorgeworfen wurde, dass ihm der Umstand der fehlenden Vollunterkellerung bei einer Hausbesichtigung ja hätte auffallen müssen, ist ebenfalls nicht nachvollziehbar. Dennoch zeigt diese Erfahrung, wie wichtig es grundsätzlich ist, sorgfältig mit den Angaben im Exposé umzugehen. So können Sie sich eine Menge Ärger ersparen.

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