Maklerverträge besser schriftlich abschließen

Ein Großteil der Maklerverträge kommt ohne ein unterschriebenes Vertragswerk zustande. Dadurch ergeben sich aber manchmal Unsicherheiten und teilweise sogar Streitereien zwischen Makler und Kunden. Aber warum können so wichtige Verträge überhaupt ohne festgelegte Form zustandekommen und wie sollte man es besser machen?

Nur geschätzt ein Fünftel aller Maklerverträge wird schriftlich abgeschlossen. Die allgemein gängige Praxis ist, einen Maklervertrag ohne schriftliche Fixierung zustandekommen zu lassen. Die Folge davon ist nicht selten, dass zwischen den Vertragsparteien Unsicherheit bezüglich der vereinbarten Punkte besteht bzw. teilweise Kunden sich nicht mal darüber bewusst sind, dass sie einen Vertrag mit Ihnen abgeschlossen haben. Im schlechtesten Fall erbringen Sie bereits Leistungen für einen Kunden, der später ablehnt, Ihnen Ihren verdienten Lohn zu entrichten. Das kann zu ärgerlichen Streitereien führen.

Schriftform beim Maklervertrag rechtlich nicht notwendig

Der Ausgangspunkt für diese Unsicherheit ist, dass es laut deutschem Gesetz Verträge gibt, für die keine Schriftform erforderlich ist – so zum Beispiel auch die Maklerverträge. Diese können ohne vorgeschriebene Form zwischen den Parteien abgeschlossen werden – beispielsweise auch per Telefon.

Damit ein Vertrag zustande kommt müssen lediglich 3 Tatsachen erfüllt sein:

  • es verhandeln 2 Parteien, hier der Makler und der Interessent
  • es geht um ein bestimmtes Interesse, nämlich die mögliche Vermittlung eines Immobiliengeschäfts
  • es ist ein Preis vereinbart, nämlich die Maklerprovision (hier reicht es i.d.R. aus, dass die fällige Courtage in einem Onlineangebot erwähnt ist, auf welches hin sich der Interessent beim Makler meldet)

Hier liegt eine Gefahr

Die Gefahr bei der fehlenden Erfordernis der Schriftform ist, dass möglicherweise unbewusst rechtsgültige Verträge abgeschlossen werden. Kunden, die sich über diese Tatsache nicht bewusst sind, ahnen also nicht, dass sie gerade nur durch ein Telefonat oder das Vereinbaren eines Besichtigungstermins einen Vertrag mit dem Makler geschlossen und sich somit zur Zahlung der Maklerprovision verpflichtet haben.

Maklervertrag schriftlich abschließen

Ihre Maklerverträge sollten Sie besser schriftlich abschließen. Bild: © Iurii Sokolov – Fotolia.com

Sie könnten sich nun denken, dass Sie ja trotzdem rechtlich auf der sicheren Seite liegen. Rein rechtlich betrachtet ist das wohl auch so. Aber dennoch sollte die Zusammenarbeit zwischen Makler und Kunde auf mehr basieren als dem Beharren auf seinem Recht. Von vertrauensvoller Zusammenarbeit kann hier sonst keine Rede mehr sein. Und schließlich leben Sie auch von der Zufriedenheit Ihrer Kunden und damit verbundenen Folgeaufträgen und Weiterempfehlungen.

Wie Sie sich bei Maklerverträgen verhalten sollten

Der Grundsatz lautet “Schriftform schafft Bewusstsein”. Danach sollten Sie nicht nur Ihres Kunden zuliebe handeln, sondern auch in Ihrem eigenen Interesse. Ein von vornherein gut informierter Kunde wird Ihnen die Offenheit und die Klarheit über die Verhältnisse danken. Spielen Sie deshalb immer mit offenen Karten, was die vertragliche Situation betrifft und versuchen Sie, die Maklerverträge vermehrt schriftlich abzuschließen. Ein abheftbares Vertragswerk hat schon alleine aus symbolischen Gründen einen anderen Stellenwert als der unter Kaufleuten sonst übliche Handschlag.

Nicht nur aus Gründen des Berufsethos und der vertrauensvollen Basis mit dem Kunden ist der schriftliche Vertragsschluss dringend ratsam. Gerade auch das Widerrufsrecht zwingt Sie dazu, gewisse Aufklärungspunkte schriftlich belegen zu können, wenn Sie nicht Gefahr laufen wollen, dass der Kunde den Vertrag mit Ihnen über ein Jahr nach Vertragsschluss noch kündigen und sich so um die Maklerprovision drücken kann. Mehr zu diesem Thema lesen Sie in unserem Artikel Neues Widerrufsrecht bei Makleraufträgen.