Mieten stiegen 2014 weniger stark

Eine aktuelle Erhebung des IVD zeigt, dass der Anstieg der Mietpreise im letzten Jahr weniger stark war, als noch in den Vorjahren. Insgesamt sei die Belastung der Haushalte durch die Wohnungsmiete in den letzten 20 Jahren sogar zurückgegangen.

Der aktuelle Wohnungspreisspiegel 2014/2015 des Immobilienverbands Deutschland (IVD) hat die Preisentwicklung der Wohnungsmieten abhängig von Stadtgröße und Wohnungswert im Vergleich zum Vorjahr untersucht. Aus derselben Studie geht auch eine Untersuchung der Preisentwicklung bei Eigentumswohnungen hervor. Über diese Ergebnisse berichten wir im Artikel Preisanstieg bei Eigentumswohnungen.

Mietentwicklung bei Bestandswohnungen

Die Wohnungsmieten steigen zwar weiterhin in allen Städteklassen, jedoch hat sich die Rate des Anstiegs verringert. In vielen Städten liegt diese sogar unterhalb der inflationsgeschuldeten allgemeinen Preissteigerungsrate. Bei Bestandsbauten (Baujahr nach 1949) ermittelt die Veröffentlichung des IVD die Preisentwicklung je nach Stadtgröße folgendermaßen:

  • In großen Städten (über 500.000 Einwohner) liegen die Mieten mit 7,96 Euro/qm um 3,11 % höher als 2013. Hier waren im Vergleich zu 2012 die Mieten für vergleichbare Objekte noch um 4,61 % gestiegen. Die höchsten Mieten sind nach wie vor in München zu bezahlen, hier liegt die durchschnittliche Nettokaltmiete bei 12 Euro/qm.
  • Bei mittelgroßen Städten (zwischen 250.000 und 500.000 Einwohnern) ist die Zunahme der Mietpreise schon geringer. Hier gibt es sogar einige Städte, in denen die Mieten gar nicht angestiegen sind. Die Steigerungsrate ist hier von 3,17 auf 1,54 % gesunken.
  • In Kleinstädten (unter 30.000 Einwohner) betrug die Steigerung sogar nur 1,20 % (im Vergleich zu 1,62 % im Vorjahr). Hier sind die Mieten mit rund 5 Euro/qm auch erwartungsgemäß erhelblich niedriger, als in den Metropolen.
Steigerung Miete Bestandswohnungen

Der Vergleich zwischen den Jahren zeigt, dass die Mieten 2014 weniger stark stiegen. Quelle: IVD

Mietentwicklung bei Neubauwohnungen

Auch bei der Vermietung von Neubauwohnungen zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier ist die gesamtdeutsche jährliche Mietpreissteigerung von 3,9 % auf 2,9 % zurückgegangen. Im Mittel betrug die Miete für Neubauwohnungen 8,11 Euro/qm. Aufgeschlüsselt nach Stadtgröße ergibt sich hier folgendes Bild:

  • In großen Städten (über 500.000 Einwohner) liegt nach wie vor der höchste Preis vor, hier ist der Anstieg aus 2013 aber von fast 6 % reduziert worden auf 4,78 %.
  • Günstiger zeigen sich die Wohnungen mit mittelgroßen Städten, hier liegen die Quadratmeterpreise zwischen 7,13 und 8,53 Euro. Der jährliche Anstieg ging hier im letzten Jahr von über 4 auf gut 3 % zurück.
  • Die geringsten Mieten werden wieder in den Kleinstädten (unter 30.000 Einwohner) fällig. Durchschnittliche 6,13 Euro/qm entsprechen einer Preissteigerung um 2,00 %, nur minimal weniger als im Vorjahr (2,04 %).

Anteil der Haushaltsbelastung im Langzeitvergleich

Neben der Inflationsbereinigung ist auch die Betrachtung des durchschnittlichen Nettohaushaltseinkommens ein guter Vergleich zwischen den Jahren. Hierbei wird berechnet, wie hoch der Anteil der durchschnittlichen Mietkosten am durchschnittlichen Haushaltseinkommen ist. Dabei ist auffällig, dass in den letzten 20 Jahren der Ausgabenanteil für die Mietkosten sogar gesunken ist. Mussten 1994 noch 19 % des Nettoeinkommens für die Miete aufgewendet werden, so ist seit der Jahrtausendwende nur noch konstant zwischen 15 und 16 % zu investieren.

Wohnkostenbelastung Langzeitvergleich

Die Wohnkostenbelastung ist in den letzten 20 Jahren zurück gegangen. Quelle: IVD

Das Fazit, welches der IVD aus dieser Veröffentlichung zieht ist, dass die umstrittene Mietpreisbremse gar nicht notwendig ist. Die überdurchschnittlichen Mietsteigerungen seien sowieso nur eine kurzzeitige Erscheinung gewesen, weswegen ein regulierendes Eingreifen der Politik nicht notwendig wäre.

 Share on Google+Tweet about this on TwitterShare on Facebook