Die Nebenkosten beim Immobilienerwerb

In Deutschland stellen die Nebenkosten zusätzlich zum eigentlichen Immobilienpreis einen großen Kostenpunkt dar. Hierüber sollten Sie Ihre Kunden vom ersten Augenblick an umfangreich aufklären, um von Anfang an den machbaren Kostenrahmen für die Immobilie selbst korrekt abschätzen zu können.

Wenn Kaufinteressenten sich nicht ausreichend informiert haben oder von ihrem Makler nicht entsprechend beraten wurden, kann beim Bekanntwerden der fälligen Nebenkosten leicht die gesamte Finanzierung eines Objektes wackeln. Deshalb sind Sie hier als Makler gefragt, Ihren Kunden vom ersten Termin an konkrete Zahlen zu den Nebenkosten mitteilen zu können.

Maklerprovision

Die für Sie wichtigste Nebenkostenart ist Ihr eigenes Einkommen – die Maklerprovision. Diese bewegt sich zwischen 3 und 6 Prozent des Kaufpreises – zzgl. 19% Mehrwertsteuer. Machen Sie nicht den Fehler, der oft von Handwerkern gemacht wird und beziffern Sie für den Kunden auf keinen Fall ohne Kommentar nur die Nettokosten, denn diese interessieren den Kunden nicht. Für den Kunden ist nur interessant, was er unterm Strich bezahlen muss. Geht er von einer niedrigeren Summe aus so kommt das Böse Erwachen dann erst bei der Rechnung und er beendet das Geschäft mit Ihnen mit einem sehr schlechten Beigeschmack.

Grunderwerbsteuer

Kaufverträge und andere Geschäfte, bei welchen ein inländisches Grundstück erworben wird, unterliegen der Grunderwerbsteuer. Auch der Erwerb einer Eigentumswohnung unterliegt dieser Rechtsverkehrsteuer, die abhängig vom Kaufpreis ermittelt wird.

Die Rechtsgrundlage für die Erhebung der Grunderwerbsteuer ist das Grunderwerbsteuergesetz – abgekürzt GrEStG, laut welchem der Steuersatz 3,5 % beträgt (§ 11 GrEStG). Da die Grunderwerbsteuer jedoch von den Bundesländern eingezogen wird und seit dem 1. September 2006 diese den Steuersatz selbst festlegen dürfen, sind die Steuersätze in vielen Bundesländern inzwischen angehoben worden und fallen recht unterschiedlich aus. Derzeit liegt der Steuersatz zwischen 3,5 und 6,5 %. Beim Kaufpreis einer Immobilie kann hier zwischen den Bundesländern schnell ein Unterschied im 5-stelligen Bereich zustande kommen.

Grunderwerbsteuer nach bundesland

Die derzeitige Grunderwerbsteuer abhängig vom Bundesland im Überblick

Bei der Auswahl des Steuersatzes ist das Abschlussdatum des Kaufvertrages der Immobilie ausschlaggebend. Dass bei dieser Form der Nebenkosten Ihre Beratungsleistung als Immobilienmakler besonders gefragt ist zeigt eine aktuelle Umfrage von Immobilienscout24. Demnach kennt die Hälfte aller Immobilieninteressenten nicht die Höhe der Grunderwerbsteuer (s. Artikel „Grunderwerbssteuer beim Immobilienkauf oft unbekannt“).

Notar und Grundbuch

Für Notar und Grundbuchamt werden noch weitere Kosten in Höhe von ca. 2% des Kaufpreises fällig. Seit August 2013 hat sich die Notarordnung außerdem geändert, so dass inzwischen rund 200 Euro mehr zu Buche schlagen.

Sollte die Immobilie zur Eigennutzung erworben werden, können bestimmte Kosten von der anzusetzenden Summe abgezogen werden, beispielsweise Kosten für eine Einbauküche. In diesem Fall muss aber bedacht werden, dass die zur Finanzierung benötigte Bank diese Kosten auch vom finanzierten Kaufbetrag abziehen kann. Die abgezogenen Kosten könnten also nicht mit dem günstigen Baukredit finanziert werden, die Zinslast würde insgesamt also steigen.

Insgesamt fallen in Deutschland je nach Bundesland und Objekt rund 10 bis 15 Prozent Nebenkosten an. In Anbetracht des Kaufpreises einer Immobilie können sich die Nebenkosten also auf beachtliche Beträge belaufen. Wenn Sie nicht nach eigentlich erfolgreicher Vermittlungsarbeit doch einen Rückzieher Ihres Kunden riskieren wollen, weil er die Finanzierung doch nicht geregelt bekommt, klären Sie ihn also unbedingt frühzeitig und umfangreich über diese Kosten auf.

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