Diese Neuerungen bringt das Immobilienjahr 2015

In den letzten Monaten gab es seitens des Gesetzgebers viele Anstrengungen, Veränderungen am Immobilienmarkt durchzusetzen. Welche davon in 2015 Realität werden sollen fassen wir im Folgenden für Sie zusammen.

Bestellerprinzip

Eine der neuen Regelungen, die im Koalitionsvertrag der aktuellen Regierung festgelegt wurden, ist das Prinzip, dass der Auftraggeber des Maklers diesen auch bezahlen soll. Dieses “Bestellerprinzip” soll für Mietobjekte gelten und im Lauf des Jahres zum Gesetz werden.

Die Auswirkungen auf die Maklerbranche sind hierbei kontrovers diskutiert und höchst umstritten. Wobei die einen eine nützliche Bereinigung des Marktes durch höhere Ansprüche bei den Vermietern befürchten, welche den Makler schließlich zukünftig zum ersten Mal selbst bezahlen müssen, sehen andere erhebliche Umsatzeinbußen auf sich zu kommen, da viele Vermieter sich die Kosten für den Makler sicherlich sparen wollen und deshalb erwägen, ganz auf das Einschalten eines Maklers zu verzichten (s. Artikel Nachteile des Bestellerprinzips).

Makler ohne Erfolg

Mancher Makler befürchtet Frustration: es wird erwartet, dass viele Vermieter zukünftig versuchen werden, ihre Objekte selbst zu vermitteln. Bild: © tuelekza – Fotolia.com

Aber auch der Nutzen der Regelung wird hinterfragt, da manche Experten erwarten, dass einige Makler das Bestellerprinzip mit gewissen Tricksereien umgehen könnten (s. Artikel Tricksereien beim Bestellerprinzip vermeiden).

Mietpreisbremse

Ein weiteres Versprechen an die Mieter soll in Form der “Mietpreisbremse” umgesetzt werden. Mit dieser vermeintlichen Lösung gegen explodierende Mieten in Ballungsräumen sollen Neuvermietungen an den örtlich üblichen Marktpreis gebunden werden und dürfen diesen zukünftig um nicht mehr als 10% überschreiten.

Die neue Regelung soll noch in der ersten Jahreshälfte in Kraft treten. Es wird allerdings keine bundesweite Auslegung der Anwendungsgrenzen geben, sondern jedem Bundesland selbst überlassen, wie der vorgegebene Rahmen umgesetzt werden soll. Möglichkeiten der Einflussnahme bestehen beispielsweise bei der Erklärung von Gegenden mit “angespanntem Wohnungsmarkt” oder der Festlegung ortsüblicher Vergleichsmieten, wo es keinen offiziellen Mietspiegel gibt.

Die letztendliche Formulierung des Gesetztes wird in der gesamten Immobilienbranche bereits mit Spannung erwartet, schließlich haben in der Phase des Gesetzentwurfs bereits mehrere Ausnahmeregelungen Einzug in den Gesetzestext gefunden. So ist die Mietpreisbremse bei Neubauten oder nach umfangreichen Modernisierungsarbeiten nicht anzuwenden. Durch diese Ausnahme soll vermieden werden, dass Investoren durch die Regelung abgeschreckt werden.

Erhöhung Grunderwerbsteuer

Bereits umgesetzt ist die Erhöhung der Grunderwerbsteuer in Nordrhein-Westfalen und im Saarland zum Jahreswechsel 2014/15. Hier wurde in beiden Bundesländern auf 6,5 % erhöht, womit diese nun zu den Spitzenreitern gehören. Auch die Erhebung der Grunderwerbsteuer ist Ländersache, weswegen hier deutschlandweit unterschiedliche Sätze gelten (s. Artikel Grunderwerbssteuer beim Immobilienkauf oft unbekannt).

Gerade bei den viel diskutierten Themen Mietpreisbremse und Bestellerprinzip wird das Jahr 2015 für Sie als Makler einige Änderungen bringen. Ob die Auswirkungen einerseits die von der Politik gewünschten oder andererseits die von der Immobilienbranche befürchteten Ausmaße erreichen, bleibt allerdings abzuwarten.

 Share on Google+Tweet about this on TwitterShare on Facebook