Objektakquise mit Hilfe von Printmedien

Neben den Möglichkeiten, die das Internet bietet, sollten Sie auch die altbewährten Formen der Tätigkeit von Immobilienmaklern nicht in Vergessenheit geraten lassen. Vor allem für die Objektakquise, die sich durch das Internet nicht so gravierend erleichtert hat, wie die Vermittlung, sind Printmedien nach wie vor ein probates Mittel der Gewinnung neuer Objekte.

Eigene Zeitungsanzeigen

Eine in Zeiten des Internets immer weiter in Vergessenheit geratene Möglichkeit ist die Schaltung einer Annonce in der örtlichen Zeitung oder regionalen Anzeigenblättern. Hier ist keine großflächige Werbeanzeige notwendig, eine schlichte Annonce sollte vorerst ausreichen. Diese könnte z.B. so aussehen:

Zeitungsanzeige für Objektakquise

Beispiel für die Zeitungsanzeige eines Immobilienmaklers

Auch die Antwort auf fremde Zeitungsanzeigen kann interessant sein. In den Immobilienteilen der Zeitungen finden Sie Unmengen von Gesuchen und Angeboten, bei denen es für Sie als Immobilienmakler sehr verlockend ist, selbst dort anzurufen und für das Angebotene Objekt Ihre Dienste anzubieten. Dieses Vorgehen – „Kaltakquise“ genannt – war unter Immobilienmaklern früher weit verbreitet. Hier müssen Sie inzwischen aber aufpassen: durch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) sind geschäftliche Telefonanrufe, die nicht zur Erfüllung einer vertraglichen Pflicht sondern reinen Werbezwecken dienen als unerlaubte Telefonwerbung einzustufen und deshalb verboten! Sie dürfen also auf keinen Fall einfach die Anzeigen abtelefonieren. (Siehe hierzu unseren Artikel Vorsicht bei der Kaltakquise)

Eine Möglichkeit, die Ihnen hier dennoch bleibt, ist die Zuhilfenahme von „Rückwärtssuchen“ im Internet. Bei Seiten wie www.klicktel.de oder www.telefonbuch.de können Sie mit Eingabe der Telefonnummer und etwas Glück, dass ein Eintrag vorhanden ist, die Adresse des Anbieters herausfinden. Nun könnten Sie den Anbieter persönlich besuchen und Ihre Dienste zur Vermittlung anbieten. Das persönliche Gespräch ist durch das UWG nicht verboten.

Chiffreanzeigen

Auf die Anzeigen in Ihrer Regionalen Zeitung sollten Sie in der Regel immer antworten, wenn möglich noch am Erscheinungstag. Dabei antworten Sie auf die mit einer Absendernummer verschlüsselte Annonce schriftlich, weswegen das oben angesprochene Telefonwerbungsgesetz hier nicht gilt.

Anzeigenbretter

In vielen Einrichtungen wie Supermärkten, Büchereien oder Universitäten gibt es frei zugängliche schwarze Bretter. Hier ist das Hinterlassen von Gesuchen und Angeboten in der Regel ohne Rücksprache erlaubt. Hier sollten Sie die Augen offen halten, ob jemand auf diesem Weg eine Wohnung vermieten will oder einen Nachmieter sucht.

Sie selbst können auf diesen Anzeigenbrettern natürlich auch einen Zettel hinterlassen. Hier sollten Sie sich allerdings Gedanken über die Gestaltung machen. Ein hochglanz Werbeposter wird bestimmt nicht lange hängen bleiben, ein knittriger handgeschriebener Abreißzettel hingegen wird an Ihrer Seriosität zweifeln lassen. Hier ist – auch abhängig von der Örtlichkeit – Fingerspitzengefühl gefragt.

Flyer

Ein traditionelles Werbemittel sind Flyer. Diese können Sie vielfältig einsetzen: in Geschäften auslegen (nach Rücksprache mit dem Eigentümer!), in die Briefkästen der Umgebung einwerfen oder bei jeder passenden Gelegenheit unterwegs hinterlassen, wenn Sie niemanden für ein persönliches Gespräch erreichen konnten.

Beispiel für einen Flyer

Beispiel für einen Flyer; Bild: © Redshinestudio – Fotolia.com

Hierbei müssen Sie aber auf einige Vorgaben achten:

– Werfen Sie nie Flyer in einen Briefkasten mit der Aufschrift „keine Werbung“! Hier könnten Sie mit Geldstrafe oder in extremen Fällen sogar mit Ordnungshaft bestraft werden.
– Achten Sie darauf, dass Sie bei jeder Postwurfsendung zu Werbezwecken den „V.i.s.d.P.“, den „Verantwortlichen im Sinne des Presserechts“ angeben müssen. Meist ist das eine klein gedruckte Zeile irgendwo am Rand. Fehlt diese Angabe, könnten auch Strafzahlungen auf Sie zu kommen.
– Klemmen Sie die Flyer nie an Autoscheiben. Neben der Tatsache, dass das völlig unseriös wirkt, können Straßenreinigungskosten von Ihnen verlangt werden! Das gleiche gilt dafür, wenn Sie in einer Fußgängerzone Flyer verteilen und wenige Meter hinter Ihnen häuft sich ein Papierberg auf dem Gehweg auf. In manchen Städten muss eine derartige Verteilaktion sogar beim Ordnungsamt angemeldet werden.

Tipps zur Gestaltung Ihres Flyers erhalten Sie im Artikel „Erstellung eines Flyers über Ihr Unternehmen“.

Gerade bei der immer schwieriger werdenden Suche nach neuen Objekten sollten Ihre Marketingstrategien möglichst breit gestreut sein. Neben den modernen Vermittlungsmöglichkeiten über das Internet sollten Sie die altbewährten Printmedien als Möglichkeit der Objektakquise nicht in Vergessenheit geraten lassen. Beachten Sie aber, dass heutzutage immer mehr Menschen mehrere Medien gleichzeitig verwenden und beispielsweise das Smartphone während des Fernsehens nutzen (s. Artikel „Bildschirmnutzung in Deutschland“) oder auch die neuen- mit den alten Medien kombinieren (z.B. durch die Verwendung von QR-Codes). Rechnen Sie also unbedingt damit, dass die Leser Ihre Internetseite direkt mit dem Smartphone aufrufen und sorgen Sie hierfür für eine optimale Darstellung. Lesen Sie hierzu den Artikel „Mobile Webseiten für Makler im Vergleich zu Desktop-Websites“.

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