Preisanstieg bei Eigentumswohnungen

Eine Studie des Immobilienverbands IVD beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Kaufpreise von Eigentumswohnungen im Vergleich zum Vorjahr entwickelt haben. Die Betrachtung, wie erschwinglich Wohneigentum ist, wurde sogar über einen Zeitraum von 20 Jahren untersucht.

Die Erhöhung der Mietpreise fiel im letzten Jahr weniger stark aus als noch im Vorjahr (s. Artikel Mieten stiegen 2014 weniger stark). So eindeutig war der Trend beim Wohneigentum nicht, hier gab es auch Bereiche, in welchen der Preisanstieg sich sogar noch verstärkt hat. Insgesamt lag der gesamtdeutsche Durchschnittspreis für Eigentumswohnungen mit mittlerem Wohnwert bei 1.082 Euro/qm.

Unterscheidung nach Stadtgröße

Ein erhebliches Kriterium für unterschiedliche Preisentwicklungen ist die Stadtgröße, wobei die Kaufpreise in größeren Städten in der Regel höher sind und meist sogar auch noch stärker steigen als in kleineren Städten:

  • über 500.000 Einwohner hat sich die Vorjahressteigerung von 7,82 % sogar noch weiter erhöht auf 9,32 %. Durchschnittlich werden hier bei mittlerem Wohnwert 1.689 Euro/qm bezahlt. Spitzenreiter bei den höchsten Kaufpreisen ist nach wie vor München, wo durch die jährliche Preissteigerung von aktuell 14,29 % stolze 3.600 Euro/qm bezahlt werden.
  • zwischen 100.000 und 500.000 Einwohnern ist die Steigerung von rund 5,7 % auf 5,5 % leicht zurück gegangen. Die Kaufpreise betragen hier rund 1.300 Euro/qm.
  • unter 100.000 Einwohnern ging die Preissteigerung bis auf die ganz kleinen Städte (< 30.000 Einwohner) durchaus spürbar zurück. Der Durchschnittspreis liegt hier bei knappen 1.000 Euro/qm.
Preissteigerung bei Eigentumswohnungen

Die Preissteigerung für Eigentumswohnungen hängt erheblich von der Stadtgröße ab. Hier: mittlerer Wohnwert. Quelle: IVD

Gute Erschwinglichkeit von Wohneigentum

Auffällig ist beim längerfristigen Vergleich, dass Wohneigentum größtenteils erschwinglicher ist, als noch vor 10 oder 20 Jahren. Zum einen liegt das am historisch niedrigen Zinsniveau von teilweise deutlich unter 3 % Effektivverzinsung. Noch vor 10 Jahren war dieser Wert fast doppelt so hoch. Gleichzeitig ist im selben Zeitraum das zur Verfügung stehende Nettoeinkommen stärker angestiegen als durch inflationsbedingte Preissteigerungen verloren wurde. Es steht den Haushalten also durchschnittlich mehr Geld zur Verfügung.

Das bedeutet, dass Immobilienkäufer heute weniger Nettohaushaltseinkommen für einen Wohnungskauf benötigen als noch vor 20 Jahren. Die Veröffentlichung des IVD nennt hierfür das Beispiel einer 3-Zimmer-Wohnung in Berlin, für welche vor 20 Jahren 5,77 Nettojahreseinkommen bezahlt werden mussten. Heute ist eine vergleichbare Wohnung für 3,56 Nettojahreseinkommen zu erwerben.

Die gute Erschwinglichkeit bei gleichzeitigem guten Werterhalt von Wohneigentum macht deutlich, warum derzeit eine so große Nachfrage am “Betongold” besteht. Durch die hohe Nachfrage werden allerdings die Preise in die Höhe getrieben. Jeder Kauf sollte deshalb nach wie vor gut durchdacht und mit einem Immobilienprofi abgeklärt werden. Versuchen Sie, Ihren Kunden diese Tatsache klar zu machen.

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