Sachkundenachweis für Makler: Entwurf vorgelegt

Nach jahrzehntelangem Ringen um eine Zulassungsvoraussetzung zur Ausübung des Maklerberufes ist nun ein Meilenstein erreicht: ein Referentenentwurf für ein Gesetz zum Sachkundenachweis für Immobilienmakler wurde vorgelegt.

Bereits im Jahr 2013 konnte der Erfolg gefeiert werden, dass die Einführung eines Sachkundenachweises für Immobilienmakler und -verwalter als Ziel in den Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD aufgenommen wurde. Nun hat die Bundesregierung die nächste Stufe erklommen, denn im Juli wurde aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ein Referentenentwurf für die Zulassungsbeschränkung vorgelegt.

Makler lernt für Prüfung

Werdende Makler müssen sich zukünftig wohl auf eine Prüfung vorbereiten. Bild: © vizafoto – Fotolia.com

Entwurf für Sachkundenachweis für Makler

Der Entwurf sieht eine Änderung des bisher einschlägigen § 34c der Gewerbeordnung vor, laut welchem Makler bislang nur sehr geringe Hürden zur Zulassung überwinden mussten, Wohneigentumsverwalter (WEG-Verwalter) hingegen überhaupt keine, denn diese mussten ihre Tätigkeit lediglich anzeigen. Für Immobilienmakler und gewerbliche WEG-Verwalter wird gemäß dem Entwurf zukünftig ein Fach- und Sachkundenachweis in Form einer IHK-Prüfung und der Abschluss einer Berufs- bzw. Vermögensschadenhaftpflichtversicherung erforderlich sein.

Die bisher schon abgefragte Zuverlässigkeit und geordneten Vermögensverhältnisse müssen zukünftig für beide Berufsgruppen gelten. Gemäß einer so genannten “Alte-Hasen”-Regel sollen Makler und Verwalter, die nachweislich bereits seit mindestens 6 Jahren im Geschäft sind, von der Sachkundeprüfung entbunden werden. Sie werden ihre Erfahrung jedoch ab Einführung des Gesetzes innerhalb einer Frist von 6 Monaten nachweisen müssen.

Durch den Referentenentwurf wären nun zum ersten Mal auch Makler- und Verwalterbüros dazu verpflichtet, die Qualifikation ihres Personals zu überprüfen – zumindest wenn diese Personen an den Vermittlungs- und Verwaltungstätigkeiten beteiligt sind. Im Extremfall könnte der Makler oder Verwalter für fehlerhaftes Handeln seiner Mitarbeiter haftbar gemacht werden.

Resonanz von den Immobilienverbänden

Die Verbände DDIV (Dachverband Deutscher Immobilienverwalter) und IVD (Immobilienverband Deutschland) begrüßen die Einhaltung der Absichtserklärung aus dem Koalitionsvertrag ausdrücklich, schlagen jedoch noch Änderungen vor. So sei nicht nachzuvollziehen, warum im Entwurf nur die Wohneigentumsverwalter, nicht aber die Mietverwalter berücksichtigt wurden. Der IVD schlägt zusätzlich die Verpflichtung zu einer Vertrauensschadenversicherung vor. Der DDIV hingegen fordert eine zusätzliche Betriebshaftpflichtversicherung und sieht den Bedarf an einer ständigen Weiterbildungspflicht.

Der Verein Wohnen im Eigentum (WiE) kritisiert hingegen die Alte-Hasen Regel, denn nur durch eine lange Berufstätigkeit sei bei einigen Gewerbetreibenden nicht automatisch vom notwendigen Wissen auszugehen.

Zeitplan zur Einführung

Auch der nächste Schritt zur Einführung ist bereits genommen, die Immobilienverbände hatten bis Anfang August Zeit zur Stellungnahme. Die aktuell laufende Nachbesserung könnte bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, so dass die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt und somit das in Kraft treten schon zur Jahreswende erfolgen könnte. Ab diesem Moment gilt dann noch eine im Gesetz festgelegte Übergangsregelung von laut derzeitigem Entwurf 9 Monaten. In dieser Zeit müssten noch die entsprechenden Rechtsverordnungen erarbeitet werden, die Einzelheiten für die Anwendung wie z.B. Prüfungsverfahren regeln und somit das Gesetz mit Leben füllen. Auch die Industrie- und Handelskammern müssten innerhalb dieser Zeit Prüfungsunterlagen aufstellen.

Für die Zukunft jedes aktiven Immobilienmaklers wird es von existenzieller Bedeutung sein, die Einführung des Gesetzes weiter zu verfolgen. Die Alte-Hasen-Regel wird nämlich nur mit einer gewissen Frist angewendet werden dürfen. Wird diese verschlafen, so wird dem Makler die Erlaubnis zur Ausübung seines Berufs entzogen.

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