Sachkundenachweis für Makler erneut gefordert

Zahlreiche Vertreter der Immobilienbranche haben sich beim Deutschen Immobilientag erneut stark für die Einführung eines Sach- und Fachkundenachweises für Immobilienmakler ausgesprochen.

Bei der Eröffnung des Deutschen Immobilientags Anfang Juni in Berlin waren sich viele Experten einig, dass ein Qualifikationsnachweis für Immobilienmakler dringend erforderlich ist. So hat der Präsident des Immobilienverbands IVD Jens-Ulrich Kießling die Politik aufgefordert, den angekündigten Sach- und Fachkundenachweis zügig umzusetzen. Dies sei unbedingt nötig, da fundierte Marktkenntnisse bei der zunehmenden Verantwortung der Makler unabdingbar seien. Nur so könne der Verbraucherschutz weiter gestärkt werden.

Sach- und Fachkundenachweis immer wichtiger

Der Sprecher und Vizepräsident des IVD Jürgen Michael Schick verstärkte die Forderung bei einer Podiumsdiskussion mit dem Hinweis auf die häufig ändernden rechtlichen Rahmenbedingungen im Immobiliengeschäft. Nur speziell geschulte Fachleute könnten hier die notwendige Fachkenntnis aufbringen, um stets optimale Beratungen durchführen zu können. Im Sinne des Verbraucherschutzes sei die Einführung des Qualitätsnachweis deshalb unumgänglich.

Auch die Veränderung des Marktes durch das sich schnell fortentwickelnde Internet sprach Schick an. Doch durch das Internet ändere sich zwar auch das Werkzeug der Immobilienmakler, die Kernfähigkeiten und Kenntnisse der Makler blieben jedoch die gleichen. Der Makler wird sich auch bei weiterer Konkurrenz durch das Internet hauptsächlich durch die umfassende Beratung von den Online Angeboten abheben und deshalb um in diesem Konkurrenzkampf bestehen zu können noch mehr denn je auf eine fundierte Ausbildung inkl. deren förmlichen Nachweis im Sinne einer Qualifikation angewiesen sein.

Straffer Zeitplan für Makler Qualitätsnachweis

Ein erster Gesetzentwurf sei dem IVD laut Präsident Kießling bereits für nach der Sommerpause 2015 angekündigt worden. Gemäß der Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz Bau und Reaktorsicherheit Dr. Barbara Hendricks sei dieser straffe Zeitplan für die Einführung enorm wichtig, da nächstes Jahr wieder der neue Wahlkampf für die Bundestagswahl 2017 beginnt und die Einführung in diesem Trubel nicht in Vergessenheit geraten dürfe. Da bereits vor einiger Zeit ähnliche Voraussetzungen im Bereich der Finanzvermittlung geschaffen werden konnten, zeigte sie sich aber optimistisch.

Konkrete Qualifikationsvorschläge

Der IVD machte beim Immobilientag auch bereits konkrete Vorschläge, wie die Mindestanforderungen für die Qualifikation eines Immobilienmaklers in Zukunft aussehen könnten:

  • Ausbildungsabschluss zur/zum Immobilienkauffrau/-mann + 3 Jahre einschlägige berufliche Praxis (dabei Anrechnung von Ausbildungszeiten)
  • Abschluss einer anderen kaufmännischen Ausbildung + 3 Jahre einschlägige berufliche Praxis + Zertifikatslehrgang über 150 Stunden
  • Studienabschluss, der zu mindestens 50% wirtschaftswissenschaftliche, bautechnische oder juristische Inhalte aufweist + 1 Jahr einschlägige berufliche Praxis + Zertifikatslehrgang über 150 Stunden
  • Mindestens 5 Jahre einschlägige Berufserfahrung + Zertifikatslehrgang über 200 Stunden
Qualifizierung Immobilienmakler

Der IVD legte bereits konkrete Vorschläge für die Mindestqualifikation von Maklern vor

Neben dem Lob für die zügig geplante Umsetzung äußerte IVD Präsident Kießling aber auch Kritik an der ambivalenten Politik der Bundesregierung: Zwar sei die Ankurbelung des bezahlbaren Wohnraums gewünscht, aber durch marktverderbende Gesetze wie die Mietpreisbremse oder die geplante Mietrechtsnovellierung entstünden die gegenteiligen Effekte. So sei die Zahl der Baugenehmigungen 2014 bereits deutlich weniger stark gestiegen als noch 2013.

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