Sachkundenachweis für Makler gefordert

Der Immobilienverband IVD fordert die gesetzliche Vorschrift eines Sach- und Fachkundenachweises für Immobilienberufe. Hierdurch soll die Qualifikation der Immobilienmakler und –verwalter in höherem Maß sichergestellt werden, als das heute der Fall ist. Bislang ist für das Tragen der Berufsbezeichnung „Immobilienmakler“ keine besondere Qualifikation vorgeschrieben.

Bisherige Praxis

Bislang ist die einzige Voraussetzung, um sich „Immobilienmakler“ nennen zu dürfen, die Erteilung einer entsprechenden Gewerbeerlaubnis (§ 34c Gewerbeordnung). Die Qualifikation ist jedem deutschen Immobilienmakler freigestellt, eine geregelte Berufsausbildung existiert nicht. Dies hat zur Folge, dass manch nicht ausreichend qualifizierter, selbst ernannter Immobilienexperte sein Glück als Makler versucht. Das Ansehen der gesamten Branche kann hierdurch erheblich leiden.

Pflichtversicherungen für Makler

Hinzu kommt, dass es bei Immobiliengeschäften fast immer um erhebliche Vermögenswerte geht. Diese sollten einer besonderen Absicherung unterliegen. So fordert der IVD die Einführung einer Vermögensschadenshaftpflichtversicherung, die den Schaden ersetzt, der beispielsweise aufgrund falscher Informationen zum Verkehrswert einer Immobilie entstanden ist. Eine Vertrauensschadenshaftpflichtversicherung könnte im Verwaltungsbereich beispielsweise die Veruntreuung von Geldern absichern.

Der IVD fordert von der Politik die gesetzliche Vorschrift beider Versicherungen. Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD ist die Einführung einer Pflichtversicherung für Immobilienmakler und -verwalter bereits genannt, bislang aber noch nicht umgesetzt. Da ohne die Vorgabe einer Mindestdeckungssumme eine derartige Vorschrift keinen Sinn machen würde, schlägt der IVD den verpflichtenden Abschluss von mindestens 100.000 Euro Vermögensschaden und 150.000 Euro Vertrauensschaden pro Jahr vor.

Gefahr der steigenden Versicherungsprämien

Die Höhe der Prämie für eine derartige Versicherung wird sich nach der Anzahl der Versicherungsfälle und nach der Höhe des durchschnittlichen Schadenswertes bemessen. Der Schadenswert dürfte bei Immobilienangelegenheiten meist relativ hoch liegen. Die Anzahl der Versicherungsfälle ist jedoch sicherlich abhängig von der Qualifikation des jeweiligen Maklers. Da unqualifizierte und unerfahrene Makler mehr Versicherungsfälle hervorrufen werden, bedeutet die Beteiligung unqualifizierter Mitbewerber eine höhere Prämienzahlung für die gesamte Branche.

Sachkundenachweis gefordert

Deshalb fordert der Immobilienverband IVD die gesetzliche Einführung eines Sachkundenachweises, dessen Notwendigkeit auch durch ein Gutachten des Center for Real Estate Studies (CRES) bestätigt wird. Mindestens soll eine Ausbildung zur Immobilienkauffrau / zum Immobilienkaufmann und drei Jahre einschlägige Berufserfahrung vorgeschrieben werden. Für bereits tätige Immobilienmakler mit ausreichend Berufserfahrung sollen zur Erlangung des Qualifikationsnachweises Zertifikatslehrgänge angeboten werden. Auch über verpflichtende Weiterbildungsmaßnahmen wird diskutiert.

Für das Ansehen der Immobilienberufe wäre eine vorgeschriebene Qualifizierung sicherlich empfehlenswert. Auch eine Bereinigung des Marktes, die auf diese Weise stattfinden würde, könnte durchaus positive Effekte für die gesamte Branche bringen. Vor allem in Zusammenhang mit dem derzeit diskutierten Bestellerprinzip wäre ein derartiger Sachkundenachweis absolut sinnvoll.

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