Suchmakler bei Mietern trotz Bestellerprinzip gefragt

Die Deutschen Mieter beauftragen trotz Bestellerprinzip zum großen Teil Immobilienmakler als Suchmakler mit der Wohnungssuche. Doch das Serviceangebot muss stimmen.

Seit Mitte des Jahres gilt das Bestellerprinzip bei der Beauftragung eines Immobilienmaklers. Kurz gesagt bezahlt nun derjenige den Makler, der ihn auch beauftragt. Im Falle der Vermittlung einer Wohnimmobilie dreht sich somit oft die bisherige Praxis um, denn bislang wurden die Maklerkosten trotz Beauftragung durch den Vermieter auf den zukünftigen Mieter umgelegt. Zukünftig muss der Vermieter den Makler bezahlen, wenn er ihn beauftragt.

Hier könnte man nun vermuten, dass sich die Mieter zukünftig die Kosten der Maklerprovision von zwei Monatsmieten plus Mehrwertsteuer sparen wollen und sich auf die Suche von Immobilien beschränken, die durch die Vermieter auf den Markt gebracht wurden. So müsste nach der neuen Regelung schließlich die Courtage vom Vermieter bezahlt werden und die Tätigkeit als Suchmakler könnte gefährdet sein.

Mieter beauftragen weiterhin Suchmakler

Eine aktuelle Umfrage von immowelt.de hat sich nun mit den Auswirkungen des Bestellerprinzips beschäftigt und im Detail die Nachfrage nach Maklern durch Mieter als Auftraggeber hinterfragt. Das Ergebnis ist erfreulich für die Immobilienmakler: 83 % der Befragten würden auch weiterhin einen Makler engagieren, wenn dieser ihnen auf der Suche nach Ihrer Traumimmobilie hilft. Die Tätigkeit als Suchmakler bleibt also weiterhin gefragt.

Suchmakler beauftragen

Trotz Bestellerprinzip würden viele Mieter weiterhin einen Suchmakler beauftragen. Bild: © gstockstudio – Fotolia.com

Beauftragung abhängig vom Serviceangebot

Die Beauftragung des Maklers hängt aber stark von dessen Serviceangebot ab. Die repräsentative Umfrage hat dafür folgende Wunschvorstellungen der Mieter ergeben:

  • 66 % erwarten die Präsentation einer Vorauswahl mit passenden Objekten. Der Makler soll sich dabei auch um die Besichtigungstermine kümmern, so dass die Mieter hiermit selbst keine Arbeit mehr haben.
  • 62 % erwarten die Anwesenheit des Maklers bei der Wohnungsübergabe und die Prüfung des Mietvertrags (Artikel: Perfekter Maklerservice bei der Wohnungsübergabe)
  • 60 % erwarten den Einfluss der Ortskenntnisse und der Markterfahrung des Maklers, also dass – gerade im Fall eines Zuzugs in bisher unbekanntes Gebiet – der Makler bezüglich der Auswahl des Stadtviertels Empfehlungen geben und die ortsüblichen Mietpreise einschätzen kann.
  • 45 % erwarten, dass die Immobiliensuche durch die Beauftragung des Maklers schneller vorangehen soll, als wenn sie sich selbst mit der Suche befassen.
  • weniger als 20 % erwarten die Hilfe bei organisatorischen Fragestellungen zum Umzug, wie die Beauftragung eines Umzugsunternehmens, Vertragsabwicklung zum Telefonanschluss oder Behördengängen.
Geforderte Maklerleistungen

Bei der Beauftragung eines Suchmaklers erwarten die Mieter bestimmte Serviceleistungen. Quelle: immowelt.de

Juristische Probleme des Suchmaklers

Nachdem nur 17 % der Befragten angeben, ihre Immobilie auf eigene Faust finden zu wollen, ist auch die Tätigkeit als Suchmakler bei den Mietern weiterhin sehr gefragt. Wie allerdings die Immobilienmakler hier mit den gesetzlichen Fallstricken umgehen sollen, dass eine ein mal gefundene Immobilie keinem anderen Interessenten mehr provisionspflichtig angeboten werden kann, da sie nicht speziell in dessen Auftrag gesucht wurde, stellt weiterhin ein Problem dar.

Es bleibt abzuwarten, ob das Gesetz zum Bestellerprinzip in diesem Punkt noch verändert wird oder ob von den Maklern Tricksereien erforderlich werden. Die zweite Variante kann dabei für die Maklerbranche nur die schlechtere Wahl sein, der ohnehin nicht all zu gute Ruf der Immobilienmakler könnte durch solche “Hintertürchenpraktiken” weiterhin leiden (s. Artikel Tricksereien beim Bestellerprinzip vermeiden).

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