Twitter für Immobilienmakler wertlos?

Ein aktuelles Experiment eines amerikanischen Redakteurs scheint zu belegen, dass der Nachrichtendienst fast keinen Vorteil für den Traffic auf der eigenen Internetseite bringt. Die Klickraten der Links sind ernüchternd.

Die sozialen Netzwerke bilden inzwischen ein schlagkräftiges Standbein des online Marketings. Auch für Immobilienmakler zeigen sich hier großartige Möglichkeiten, Kunden auf sich aufmerksam zu machen, an sich zu binden oder seine Expertise zu beweisen (s. Artikel Social Media für Immobilienmakler). Dabei sieht sich jedoch der Kurznachrichtendienst Twitter immer wieder Kritik an seinem Nutzen für das online Marketing ausgesetzt.

Versuch eines amerikanischen Redakteurs

Der amerikanische Redakteur Derek Thompson vom “The Atlantic” ist ein sehr versierter Twitter Nutzer und schreibt enorm viele Posts für sein Magazin. Dazu wollte er nun mit Hilfe eines Experiments heraus finden, wie viel diese Arbeit dem Magazin eigentlich bringt, also wieviele Klicks durch seine Tweets auf die eigene Internetseite generiert werden.

Dazu schrieb er einen interessanten und übersichtlichen Tweet über die größten Patentanmeldungen der vergangenen Jahrzehnte und versah diesen mit einer Graphik und einem Link für weitere Informationen auf die entsprechende Internetseite des The Atlantic. Zentraler Inhalt seiner Nachricht war, dass in den 1930er Jahren beinahe alle wichtigen Patentanmeldungen im Bereich Chemie vollzogen wurden – heutzutage findet das Patentwesen fast ausschließlich im IT-Bereich statt. Eine interessante und leicht zusammenzufassende Aussage, die neugierig auf den weiterführenden Link machen sollte.

Twitter wertlos Experiment

Der Tweet, mit welchem das Experiment gestartet wurde: ist Twitter wirklich sinnlos für die eigene Internetseite? Quelle: twitter.com

Erfolg vorhanden – aber nur bei Twitter selbst

Der Tweet war bei Twitter durchaus erfolgreich: Über 150.000 Anzeigen, davon fast 10.000 Aufrufe durch Klick auf das Bild oder Retweets. Eine Menge an Menschen, die sich durchaus sehen lassen kann. Doch ist diese Menge auch tatsächlich für die Internetseite des Twitter Nutzers hilfreich?

Die Auswertung, die Thompson daraufhin mit Hilfe von Google Analytics durchführte, war ernüchternd: nur 1% der Betrachter klickte auch tatsächlich auf den Link, um die Internetseite seines Magazins zu erreichen und weitere Informationen zu erhalten. Diese Klickrate ist erstaunlich schlecht und sogar deutlich niedriger als i.d.R. mit üblichen Display Werbungen erreicht wird.

Daraufhin evaluierte er wieder mit Hilfe von Google Analytics den Erfolg seiner 100 besten Veröffentlichungen bei Twitter. Das Ergebnis: die Durchschnittliche Klickrate für den weiterführenden Link betrug nur 1,7%.

Ernüchternde Bilanz des Twitter Experiments

Die ernüchternde Zusammenfassung dieser Erkenntnisse ist, dass Twitter durchaus eine große Anzahl von Menschen zum lesen der eingestellten Informationen bringt, jedoch nur auf der Twitter Seite selbst. Zur Generierung großer Besucherströme auf die eigene Homepage ist der Kurznachrichtendienst offensichtlich nicht geeignet.

Als Immobilienmakler sollte Twitter auf keinen Fall Ihr einziges soziales Netzwerk darstellen, wenn dann sollten Sie den Kurznachrichtendienst als Ergänzung zur sonstigen Social Media Arbeit benutzen. Wenn Sie Artikel in anderen Netzwerken ohnehin veröffentlichen, können Sie mit sehr wenig Arbeitsaufwand einen Hinweis darüber bei Twitter schalten und in verschiedenen Formen immer wieder wiederholen, um noch mehr Leser für Ihren Artikel zu erhalten (s. Artikel Ihren Social Media Einfluss durch Wiederholung vervielfachen). Bei geringem Mehraufwand ist jeder einzelne zusätzliche Leser ein Gewinn. Ein Engagement nur bei Twitter alleine scheint aber in erster Linie nur Twitter selbst zu dienen.

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