Umgehen des Bestellerprinzips nicht zu empfehlen

Durch die Einführung des Bestellerprinzips sehen viele Makler einen Teil ihrer Aufträge wegbrechen. Zu versuchen, die neue Regelung mit Tricksereien zu umgehen, kann allerdings nach hinten losgehen.

Seit wenigen Monaten gilt das Bestellerprinzip und seitdem müssen Vermieter, die einen Makler zur Vermittlung einer Immobilie beauftragen, diesen auch selbst bezahlen. Das Umlegen der Provisionszahlung auf den Vermieter ist somit nicht mehr möglich, weshalb einige Vermieter versuchen, die Beauftragung eines Maklers ganz zu umgehen.

Auftrag Makler

Inzwischen muss derjenige den Makler zahlen, der ihn beauftragt hat. Bild: © FotolEdhar – Fotolia.com

Um dieses wegbrechende Geschäft aufzufangen lassen sich einige Makler bisweilen kreative Lösungen einfallen, die den Vermietern versprechen, die Provision doch auf die Mieter umlegen zu können. Hier stellen wir einige dieser Methoden vor und erläutern, warum diese nicht so vielversprechend sind, wie sie vielleicht auf den ersten Blick wirken.

Reservierungsbestätigungen

Bei der Wohnungsbesichtigung werden alle Interessenten aufgefordert, eine Bestätigung zu unterschreiben, dass sie die Wohnung tatsächlich nehmen werden, wenn sie ihnen angeboten wird. Falls sie das doch nicht tun würde eine Auslagegebühr von z.B. 250 Euro fällig werden. Dies ist gemäß Bestellerprinzip illegal, denn der Interessent würde eine Leistung des Maklers finanzieren, obwohl dieser nicht ausschließlich für ihn gehandelt hat. Inwieweit gegen diese Vorgehensweise juristisch vorgegangen werden könnte ist jedoch unklar. Sicher ist, dass das mit Bestellerprinzip angedrohte Bußgeld in diesem Fall nicht greift, denn für eine derartige ungerechtfertigte Forderung ist kein Bußgeldtatbestand vorgesehen. Sicher ist aber auch, dass sich ein Makler mit einer derartigen Vorgehensweise nicht gerade mit Ruhm (bzw. Weiterempfehlungen) bekleckert.

Lockangebote

Bei der Suche nach der Wunschimmobilie findet der Interessent ein sehr attraktives Angebot und kontaktiert den Makler. Dieser teilt mit, dass das Angebot leider bereits vergriffen ist, er aber etwas vergleichbares finden kann, wenn ihm der notwendige Suchauftrag unterzeichnet und in Folge davon die Provision bezahlt wird. An sich wäre hieran nichts auszusetzen, doch die eingestellten Wohnungen sind in diesem Fall nur Lockangebote, um Kontakt zu Suchenden in der passenden Region herzustellen und der anschließende Suchauftrag ist in diesem Fall geschwindelt, denn der Makler hat die eigentliche Wohnung schon längst in seinem Objektkatalog. Sie ist also nicht das Ergebnis einer Suchtätigkeit im alleinigen Auftrag des Mieters, die Provisionsforderung wäre nach Bestellerprinzip unrechtmäßig.

Makler Zusammenschlüsse

Wenn Immobilienmakler sich absprechen, so dass einer über Mietangebote verfügt und der andere die Suchaufträge annimmt, könnten sie theoretisch bei übereinstimmenden Treffern doppelt abkassieren: Der Makler, der im Auftrag des Vermieters die Wohnung aufgenommen hat, erhält vom Vermieter die Provision für die erfolgreiche Vermittlung. Der Makler, der den Suchauftrag des Mieters angenommen hat, erhält vom Mieter die Provision für das erfolgreiche Finden der Wohnung. Dieses Vorgehen ist allerdings rechtswidrig, da sich zwei Parteien zum Schaden Dritter zusammenschließen.

Gebühren

In manchen Annoncen findet man Hinweise an den Interessenten, dass bei Abschluss des Mietvertrags Gebühren für den Mieter anfallen. Da hiermit Dienstleistungen in Rechnung gestellt werden, die eigentlich der Auftraggeber bezahlen müsste (hier der Vermieter), ist diese Gebühr unzulässig.

Da Sie als seriös arbeitender Makler nicht die Gefahr eingehen sollten, Ihren mühsam aufgebauten Ruf aufs Spiel zu setzen, ist dringend von derartigen Praktiken abzuraten. Auch der IVD rät von Versuchen ab, das Gesetz zum Bestellerprinzip zu umgehen. Legale Möglichkeiten, wie der Vermieter die Provisionszahlung umgehen kann, stellen wir im Artikel Als Suchmakler trotz Bestellerprinzip erfolgreich vor.

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