Vorsicht bei der Kaltakquise

Die Frage, wie man an neue Objekte zur Vermittlung kommt, beschäftigt Makler in der Regel am meisten. Eine attraktive und verhältnismäßig einfache Form scheint hierfür das Nachtelefonieren von Immobilienanzeigen aus der Zeitung zu sein. Aber Achtung: dieses Vorgehen ist nicht erlaubt!

Was ist Kaltakquise?

Als Kaltakquise wird bezeichnet, wenn Sie als Makler um an neue Objekte zu kommen die Anbieter von Zeitungsannoncen anrufen und danach fragen, ob Sie das beschriebene Objekt in Ihr Angebot aufnehmen dürfen. Diese Form der Akquise wurde früher auch oft und gerne von den Maklern genutzt, da sie eine einfache und vielversprechende Art zum Erhalten neuer Objekte war. Die Nachfrage wurde schließlich oft positiv beantwortet, da der Inserent sein Objekt möglichst schnell und zuverlässig vermittelt haben wollte und die Vermittlung durch Sie als Makler für ihn kostenlos war.

Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung

Doch bereits seit August 2009 ist dieses Vorgehen nicht mehr erlaubt. Nach § 7 Absatz 2 Nr. 2 des Gesetzes zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung sind geschäftlich motivierte Anrufe gegenüber Verbrauchern verboten, wenn diese nicht zuvor ausdrücklich erklärt haben, dass sie angerufen werden dürfen.

Kaltakquise für Makler nicht erlaubt

Das Nachtelefonieren von Anbietern aus Zeitungsannoncen ist nicht erlaubt; Bild: © Minerva Studio – Fotolia.com

Kritik

Für einige Bereiche ist dieses Gesetz mit Sicherheit sinnvoll. Jeder, der schon mal unaufgefordert sonntags von einer unbekannten Lotterie angerufen wurde, wird das bestätigen können. Aber mit dem Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung sollten vor allem derartige Werbeanrufe verboten werden, die völlig ahnungslosen Menschen ein Produkt verkaufen wollten, zu dem die angerufenen höchstens rein zufälligen Bezug hatten.

Für die Immobilienbranche und das Nachtelefonieren von Zeitungsannoncen hingegen ist dieses Verbot absolut überzogen. Die Anbieter haben freiwillig ihre Telefonnummer in die Zeitung gestellt und rechnen somit mit Anrufen. Zudem wollen sie ihr Objekt vermitteln und werden nur aus genau diesem Grund angerufen, es findet kein Angebot über etwas Unerwünschtes statt.

Noch weitere Einschränkungen

Das unaufgeforderte Anrufen eines Kunden ist demnach nur erlaubt, wenn ein gültiger Vertrag zwischen den Parteien besteht und Sie Ihren Kunden im Rahmen Ihrer vertraglichen Nebenpflichten kontaktieren müssen. Das Verbot geht sogar so weit, dass Sie nicht einmal als Nachfrage zu einem übersendeten Exposé Ihren Kunden ungefragt anrufen dürfen, da hier ja noch kein Vertragsverhältnis besteht. Besteht dieses über eine bestimmte Vermittlung, dürfen Sie den gleichen Kunden aber auch nicht zu einem anderen Objekt anrufen.

Zusammengefasst dürfen Sie mit geschäftlichem Hintergrund nur dann einen Kunden anrufen, wenn Sie durch den Anruf Ihre vertraglichen Pflichten erfüllen oder Sie eine eindeutige Einwilligung des Kunden vorweisen können. Lassen Sie sich deshalb bestenfalls bei jedem Exposé, bei jeder Selbstauskunft, bei jedem Flyer, Rundschreiben etc. die ausdrückliche Einwilligung durch ein vorgedrucktes Anschriftenfeld erklären. Von der Kaltakquise sollten Sie jedoch unbedingt Abstand nehmen.

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