Wie Vermieter trotz Bestellerprinzip keine Kosten für den Makler haben

Für Vermieter gibt es Möglichkeiten, die durch das Bestellerprinzip neuerdings auf sie zukommende Maklerprovision doch weiterhin an den Mieter weiterzureichen.

Auf Vermieter kommen bei der Neuvermittelung einer Wohnung seit der Einführung des Bestellerprinzips durch die Maklerprovision neue Kosten zu, denn die bisherige Praxis der Kostenübernahme durch den neuen Mieter ist nicht mehr zulässig. Allerdings stehen den Vermietern einige Möglichkeiten offen, wie sie doch nicht auf den Kosten des Maklers sitzen bleiben. Hier stellen wir einige davon vor.

Vermieter zahlt Provision

Vermieter fürchten die bislang nicht einkalkulierten Kosten der Maklerprovision. Bild: © vege – Fotolia.com

Mieterhöhung

Die offensichtlichste Möglichkeit für den Vermieter, die erhöhte Ausgabe wieder zu erwirtschaften ist die Erhöhung der Miete. Hierbei wird die Maklerprovision durch eine mittlere angenommene Verweilzeit des Mieters geteilt und die Miete um die errechnete Rate erhöht. Hierbei gibt es allerdings die Gefahr, dass aufgrund der Mietpreisbremse in manchen Lagen kein Spielraum für Mieterhöhungen mehr gegeben ist. Außerdem ist die Verweildauer in der Wohnung immer ein Unsicherheitsfaktor: wurde eine zu lange Zeit erwartet wird die Provision nicht erwirtschaftet, bei einer längeren Mietzeit als angenommen endet die Rechnung hingegen positiv für den Vermieter.

Abstandszahlungen

Manche Vermieter lassen sich neuerdings bestimmte Elemente wie die vorhandene Einbauküche ablösen und verlangen dafür eine Abstandszahlung. Dieser Betrag zählt nicht zur Miete und unterliegt daher auch nicht der Mietpreisbremse. Jedoch wird der Mieter durch Leistung der Zahlung tatsächlich Eigentümer der Küche, weshalb diese Taktik nur ein mal angewendet werden kann.

Vermittlung ohne Makler

Viele Vermieter werden versuchen die neu auf sie zu kommenden Zahlungen dadurch einzusparen, in dem sie für die Vermittlung keinen Makler mehr beauftragen. Einige Vermieter werden deshalb ihr Objekt auf eigene Faust vermitteln. Dass das Ergebnis hiervon sein kann, dass zukünftig doch wieder ein Makler beauftragt wird, muss an dieser Stelle eigentlich nicht extra erwähnt werden.

Allerdings müssen die Anbieter nicht zwangsläufig die gesamte Abwicklung komplett alleine durchführen, wenn sie auf einen Makler verzichten wollen, denn inzwischen sind seit Einführung des Bestellerprinzips zahlreiche Internetplattformen aus dem Boden geschossen. Diese nutzen die große Unsicherheit bei den Vermietern aus und werben mit deutlich geringeren Kosten, als bei einem Maklerauftrag auf den Vermieter zukämen. Je nach Plattform sind neben der Mietersuche und Abfrage von Angaben der Interessenten mit Auswahl- und Filterfunktion sogar Leistungen wie Mietvertragsformulare etc. enthalten. Ob diese Plattformen nur eine kurzzeitige Erscheinung sind oder als ernst zu nehmende Konkurrenz für erfahrene Makler gelten können wird die Zukunft zeigen.

Die ersten beiden Möglichkeiten sind für Sie als Immobilienmakler sinnvoll zu wissen, wenn es um die Beratung Ihrer Kunden geht. Die Anwendung einer derartigen Maßnahme ist natürlich dem Vermieter selbst überlassen, hier können Sie nur beratend zur Seite stehen. Aber auch über die Möglichkeit des Verzichts auf einen Makler sollten Sie Bescheid wissen, um gegebenenfalls im Gespräch mit einem Eigentümer die richtigen Argumente zu haben, um ihn von Ihrer Beauftragung zu überzeugen.

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